6,1 Millionen Euro investiert

DIAKONIEKRANKENHAUS Entbindung ist als erste Station fertig saniert

Landrätin Kirstin Fründt (vorn, sitzend) besuchte die frisch sanierte Entbindungsstation im Diakonie-Krankenhaus im Marburger Stadtteil Wehrda. Dort werden insgesamt 6,1 Millionen Euro investiert. (Foto: Schwarzwäller)

6,1 Millionen investiert das Diakonie-Krankenhaus insgesamt - "ein wirtschaftlicher Kraftakt", wie Krankenhausdirektor Christian Uloth sagt. Erst im kommenden Jahr gebe es pauschale Fördermittel des Landes Hessen, durch die dann hoffentlich ein Teil der Kosten gedeckt werden könne, so Uloth. Dennoch: Es musste saniert werden und das sei eine gute, langfristige Entscheidung gewesen.

Im "Bettenhaus B" sind seit 1987 Stationen untergebracht - mit Zimmern, in denen es zum Beispiel keine eigenen Duschen gab. Nach fast 30 Jahren war aber klar, dass es nicht nur beim Einbau von Nasszellen bleiben würde - jede Station erhält auch gleichzeitig neue Fenster und Böden und sämtliche Wasser-, Strom- und Heizungsinstallationen werden erneuert. Allein dieses Projekt schlägt mit rund 3,3 Millionen Euro zu Buche.

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Weil immer von oben nach unten saniert werden sollte, war die Entbindungsstation im vierten Stock nun die Erste, die runderneuert wieder in Betrieb genommen werden konnte. Zwischenzeitlich war sie ausgelagert gewesen und Patientenzimmer hatten sich in Kreißsäle verwandeln müssen. Trotz des Umbaus hat das Krankenhaus steigende Geburtenzahlen verzeichnet - "wir freuen uns, dass uns die Patientinnen treu geblieben sind", erklärt die Chefärztin der Gynäkologie Dr. Cordula Riemer. Schon jetzt kamen in Wehrda in diesem Jahr über 500 Babys zur Welt.

Ab jetzt stehen den neuen Erdenbürgern und ihren Mamas und Papas helle, freundliche Räume zur Verfügung.

Es gibt neue Betten für die Mütter und ihre Babys

Die Kreißsäle sind mit allem ausgestattet, was ein Kreißsaal eben braucht; außerdem gibt es für Frauen, bei denen es noch nicht ganz soweit ist, ein "Vorwehenzimmer", in dem sie erst einmal ankommen können. Um den Familien den Aufenthalt im Krankenhaus künftig noch angenehmer zu machen, sollen auch noch neue Betten angeschafft werden - sowohl für die Mütter als auch für die Babys. Dafür sammelt der "Verein der Freunde und Förderer des Diakonie-Krankenhauses" Spenden.

Der Verein feiert sein 30-jähriges Jubiläum und hat sich passend dazu ein Spendenziel von 30.000 Euro gesteckt, sagt Pfarrer Helmut Heiser. Die neuen Bettchen für die Babys seien "Flüster- und Streichelbettchen": Das Seitenteil kann heruntergelassen werden und damit hat die Mutter an ihrem Bett ganz bequem "Zugriff" auf ihr Kind. Es sollen sich aber nicht nur die Familien in den neuen Räumen wohlfühlen, sondern auch die Mitarbeiter. Sie waren bei den Planungen des Architekten Jens Kienholz mit eingebunden.

Als Nächstes sind nun die Stationen Chirurgie 1 und Innere 3 an der Reihe. Außerdem wird die zentrale Heizungsanlage saniert, die ebenfalls aus dem Jahr 1987 stammt. Die Heizkessel wurden komplett erneuert, Küche und Sterilisator auf Elektrodampf umgestellt. Im ersten Quartal 2016 wird dann noch ein Blockheizkraftwerk installiert. Für den Geschäftsführer Dr. Michael Gerhard ist eine solche energetische Sanierung Teil der ökologischen Verantwortung, der man als Diakonie-Krankenhaus nachkommen wolle.

Zur Firmenphilosophie gehört auch, dass man möglichst keine Arbeitsbereiche auslagert - stattdessen betreibt man sozusagen "Insourcing" in Wehrda: Die Reinigungsarbeiten werden nicht mehr von Fremdfirmen durchgeführt, sondern wieder von eigenen Mitarbeitern und beim Essen wird ebenfalls weiter mit eigenem Personal gearbeitet. Die Anfänge der Küche reichen sogar bis zurück in die 1950er Jahre, sodass auch dort dringend saniert werden musste. Die Kocheinheiten werden ebenfalls auf Elektroversorgung umgestellt. Außerdem macht es die Einführung eines Tablettsystems künftig möglich, dass nicht mehr dezentral auf den Stationen portioniert und gespült werden muss.


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