Aktiv sein gegen Krebs

GESUNDHEIT Erster Aktionstag im Landkreis informiert

Bewegungsübungen zwischen den Fachvorträgen gehörten ebenfalls zum Programm des Aktionstags. Wer sich fit hält, der kann Krebs eventuell vorbeugen. (Foto: Schwarzwäller)

Wie genau man gut für sich sorgen kann und wie viel Sinn Vorsorgeuntersuchungen machen - darüber konnten sich die Besucher am Samstag im Landratsamt in Marburg informieren.

Etwa ein Drittel der Krebserkrankungen weltweit sind auf beeinflussbare Risikofaktoren zurückzuführen, sagt die Allgemeinmedizinerin Dr. Erika Baum, die als Professorin an der Marburger Philipps-Universität lehrt und niedergelassene Ärztin in Biebertal ist. Rauchen, Alkohol, zu wenig Obst und Gemüse und in den westlichen Industrienationen auch das Übergewicht führen die Liste dieser Faktoren an. Gut für sich zu sorgen bedeutet in dieser Hinsicht also, auf Zigaretten und Alkohol zu verzichten und auf ausreichend Bewegung und gesunde Ernährung zu achten. Damit ließen sich einige Krebserkrankungen bereits vermeiden - "Primärprävention" nennen das die Experten.

Wie so eine gesunde Ernährung konkret aussieht und welche Bewegungsmöglichkeiten es gibt, waren zwei der Themen, zu denen verschiedene Beteiligte im Landratsamt informierten.

"Die größte Sauerei, die es gibt"

Es gab Fachvorträge von Professor Baum sowie der Gastroenterologin Dr. Daniela Müller vom Uniklinikum Marburg und Dr. Christian Nachtmann vom Referenzzentrum Mammografie Südwest und die Besucher konnten sich auch auf einem "Markt der Möglichkeiten" umsehen. Verschiedene Einrichtungen und Selbsthilfegruppen hatten dort ihre Stände aufgeschlagen.

Die Schirmherrin der Veranstaltung, Landrätin Kirsten Fründt, erklärte, dass neben Informationen auch Kontakte ein wichtiger Aspekt bei einem solchen Aktionstag seien. Das Motto "Ich bin wertvoll, daher sorge ich gut für mich" hätte passender nicht gewählt werden können, so Fründt, da man oft nicht genug daran denke, sich um sich selbst zu kümmern, solange es einem gut gehe. Prävention und Vorsorge sind aber von entscheidender Bedeutung, wenn es um Krebserkrankungen geht. Insbesondere Darm- und Brustkrebs standen im Fokus des Aktionstages - die in Deutschland zu den häufigsten Krebsarten zählen.

Auch Marburgs neuer Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies war zu einem kurzen Grußwort gekommen. Auch wenn sich die Kommunen früher nicht sonderlich für Fragen der gesundheitlichen Versorgung interessiert haben - inzwischen sei klar, dass vieles nur vor Ort angegangen und gelöst werden könne. In der Region soll das Gesundheitswesen zukünftig eine zentrale Rolle spielen, kündigte er an. Dass arme Menschen im Durchschnitt zehn Jahre früher sterben als reiche - das sei "die größte Sauerei, die es gibt", so Spies. (nas)


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