"Alles indem Buch ist wahr"

AUTOR Splitter über Stalinismus

Alexander Splitter erzählt in seinem neuen Roman von der ungeschönten Wahrheit und Grausamkeit des Stalinismus in der ehemaligen Sowjetunion. (Foto: Valentin)

Wie in den fünf Vorgängerwerken erzählt der Autor darin einmal mehr von der deutsch-russischen Vergangenheit, wie er sie aus den Erzählungen seiner Eltern und Großeltern wahrgenommen hat. "Alles in dem Buch ist wahr", verspricht Splitter. "Ich habe alles so aufgeschrieben, wie es mir erzählt wurde." Lange Zeit habe er davor zurückgescheut, die manchmal nicht ganz einfachen Geschichten seiner Ahnen niederzuschreiben. Aber irgendwann sei der Punkt erreicht gewesen, da er es sich doch getraut habe, erzählt er.

Unter anderem auch, "weil es Zeit wird, dieses Stück der deutsch-russischen Geschichte aufzuarbeiten und den Menschen mitzuteilen." Denn vielen sei gar nicht bewusst, was damals in den 20er und 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts in der ehemaligen Sowjetunion geschehen ist. Es war die Zeit der Herrschaft Stalins. Eine Schreckensherrschaft, wie Splitter bemerkt. Denn der Diktator habe mit aller Härte die Zwangsenteignung der reichen Landwirte vorangetrieben und diese verhaften und verschleppen oder gar ermorden lassen. So berichtet Splitter von seinem eigenen Großvater, der von einem Freund bei der Polizei noch rechtzeitig gewarnt wurde und vor Stalins Truppen fliehen konnte, die ihn abholen wollten. Sein Weg führte ihn unter anderem nach Tadschikistan und Afghanistan und schwächte ihn so sehr, dass er auf der Flucht schließlich starb.

n Leser soll die deutsch-russische Geschichte neu entdecken und verstehen

Mindestens 1,8 Millionen Menschen seien unter der Herrschaft Stalins zu Tode gekommen, sagt er, und ein Stück weit stellt sein neuer Roman auch eine Gedenkschrift an diese Opfer des Stalinismus dar. Wichtig sei ihm, dass die Leser erführen, was damals vorgefallen sei und die deutsch-russische Geschichte neu entdeckten. Seine Aufklärungsarbeit will Splitter auf jeden Fall fortsetzen.

Der neuen Roman befindet sich schon in Arbeit, verrät er. "Ich hoffe, dass er in eineinhalb Jahren fertig sein wird." So lange haben die Leser erst einmal Zeit, mit dem Band "Es ging ums Überleben" in die Vergangenheit der Familie des Autos einzutauchen und das Leben zur damaligen Zeit aus erster Hand kennen zu lernen.


Mit ePaper wird die Zeitung digital: Testen Sie jetzt das ePaper Ihrer Heimatzeitung zwei Wochen kostenlos!
Link zum Thema
Copyright © mittelhessen.de 2013
Kommentare (0)
Mehr aus red.web unzugeordnet