Angst vor dem Zahnarzt verlieren

TELEFONAKTION  Experte für Zahnimplantate Dr. Thomas Stickel berät Angstpatienten

Ein 74-jähriger Weilburger leidet an Diabetes und hat deshalb Probleme mit seinen Zähnen. Ihm sollen sechs Zähne im vorderen Gebiss gezogen werden. „Wird das Ziehen dieser Zähne unter Vollnarkose von der Krankenkasse bezahlt?“, will der Diabetiker wissen. Thomas Stickel verneint: „Grundsätzlich wird bei Zahnbehandlungen eine Vollnarkose nicht bezahlt, da die Krankenkasse nur in Ausnahmefällen einspringt.“

Zu diesen Ausnahmepatienten gehören zum Beispiel Schwerbehinderte oder Kinder. Der 74-jährige Anrufer berichtet von seinem letzten Erlebnis unter Narkose: „Mir wurde erst kürzlich ein Zahn gezogen, ich habe aber sehr große Angst vor einem weiteren Eingriff.“

Auch ein Anrufer aus Haiger vertraut sich Thomas Stickel an: „Ich habe panische Angst vor dem Zahnarzt.“ Der 52-Jährige hat einen traumatischen Eingriff hinter sich, der diese Angst ausgelöst hat: „Während einer Bohrung ist dem behandelnden Arzt das Werkzeug abgebrochen und ein Stück Zahn ist steckengeblieben“, so der Angstpatient. Dieses Stück Zahn wurde ihm unter örtlicher Betäubung entfernt.

Von Thomas Stickel möchte er möchte wissen: „Welche Art der Behandlung empfehlen Sie mir, damit so etwas nicht noch einmal passiert?“ Der Zahnarzt findet beruhigende Worte für den Anrufer: „Jeder medizinische Eingriff birgt ein gewisses Risiko, daher sollte vor einem Eingriff ein reines Kennenlernen und Beratungsgespräch zwischen Arzt und Patient stattfinden.“ Diese Vertrauensbasis nehme vielen Patienten ihre Vorbehalte.

Die Angst vor dem Zahnarzt begegnet Thomas Stickel in seiner Praxis jeden Tag. Der Experte ist auf Angstpatienten spezialisiert und macht auch am Telefon Mut: : „ Sollten vertrauensbildende Maßnahmen und eine Behandlung in kleinen Schritten, die nach festem Protokoll ablaufen, nicht den gewünschten Erfolg erzielen, haben wir immer noch Optionen wie die Behandlung mit Lachgas oder der Vollnarkose“, so der Zahnarzt.

„Wie genau wirkt Lachgas auf mich?“, will der 52-jährige Anrufer wissen. Stickel erklärt: „Ihre Antennen werden sozusagen runtergefahren, ihre Wahrnehmung während der Behandlung eingedämmt, Sie entspannen und verlieren ihre Angst.“ Es gibt aber auch Patienten, denen weder per Gespräch noch Lachgas die Panik zu nehmen sei.

Wenn Gespräche und Lachgas nicht helfen, hat Stickel einen Tipp: Musik hören

Eine 50-jährige Anruferin kennt diese Situation von ihrer 22-jährigen Tochter: „Unter Vollnarkose wurden meiner Tochter die Weisheitszähne gezogen, in einer weiteren Sitzung wurde sie mit Lachgas behandelt – sie hat dennoch große Angst und drückt sich seit Wochen vor einem weiteren Zahnarztbesuch“, schildert die Dillenburgerin. Sie möchte von Thomas Stickel wissen, ob es noch andere Alternativen gibt: „Könnte meine Tochter nicht zum Beispiel mit Beruhigungstabletten die Angst genommen werden?“ Der Zahnarzt antwortet: „Ihre Tochter kann vor einem zahnärztlichen Eingriff medikamentös eingestellt werden, jedoch sollte hier der Allgemeinmediziner entscheiden“. Er erklärt: Die von diesen Medikamenten eventuell ausgelösten Nebenreaktionen können unter Umständen zu Komplikationen führen“

Der Experte aus Hüttenberg hat alternativ einen guten Tipp für das Mädchen: „Die Abneigung gegen die Bohrgeräusche könnte während der Behandlung möglicherweise durch Abspielen von Musik mittels Kopfhörer minimiert werden.“

Sollten sich Patienten letztlich für eine Narkose entscheiden, gilt: „Ob ein Patient narkosefähig ist, entscheidet immer der Anästhesist – nie der Zahnarzt“.


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