Anlieger macht einen Rückzieher

INSEL Garage in Gladenbach bleibt vorerst stehen

Die Fußgänger-Passage von der Marktstraße zum Parkplatz an der Teichstraße am ehemaligen Schlecker-Markt vorbei soll im Zuge des Innenstadtinsel-Projekts neu gestaltet werden. Der Eigentümer der Garage und die Stadt können sich allerdings nicht über einen Grundstücksverkauf einigen. (Foto: Tietz)

Zwei Monate lang herrschte Funkstille, nach einigen Turbulenzen schienen die Pläne für die "Innenstadt-Insel" wieder voll auf Kurs zu liegen. Die ausstehenden Grundstücksankäufe durch die Stadt sollten nur noch reine Formsache sein. Doch der Schein trog, wie Bauamtsleiter Ulrich Weber am Dienstagabend in der Sitzung des Gladenbacher Bauausschusses deutlich machte.

Am 27. November hatten zwei parlamentarische Ausschüsse grünes Licht für das 1,2 Millionen Euro teure Projekt gegeben. Alle noch ungeklärten Grundstücksfragen entwickelten sich positiv für die Stadt. Selbst jene, die die geplante Fußgängerpassage zwischen dem ehemaligen Schlecker-Markt und dem einstigen Katasteramt betraf. Dort steht noch eine Garage im Weg.

Einen Tag nach dem Beschluss des Parlaments ändert der Eigentümer seine Meinung

"Intensive Gespräche" mit dem Eigentümer dieses Flurstücks seien geführt worden, berichtete Weber. Der von der Stadt erhoffte Grundstücksankauf stand unmittelbar bevor. In der Sache habe Einvernehmen geherrscht. Doch einen Tag nach dem einmütigen Beschluss der Parlamentarier zum überarbeiteten Bebauungsplan für die "Insel" habe der Grundstückseigentümer dem Verkauf nicht mehr zugestimmt, berichtete Weber.

Der Bebauungsplan wurde vom 9. Dezember bis zum 13. Januar offengelegt. In dieser Zeit hatten Behörden, Firmen und Institutionen - die sogenannten Träger öffentlicher Belange - sowie Bürger die Möglichkeit, noch Einwände gegen das Bauvorhaben vorzubringen.

"Am 13. Januar haben wir dann die Mitteilung des Eigentümers erhalten, dass er mit dem Bebauungsplan nicht einverstanden ist", sagte Weber. Die Stadt führt das Planungsverfahren trotzdem weiter. Denn nach Einschätzung des Bauamtsleiters haben die Einwände des Garagenbesitzers nur einen geringen Stellenwert für das Gesamtprojekt.

Allerdings muss die Stadt Gladenbach dies dem Anlieger so schriftlich mitteilen und ihm eine Frist von 14 Tagen für eine weitere Stellungnahme einräumen. Deshalb verzögert sich der für die Februar-Sitzung des Parlamentes geplante Satzungsbeschluss zum Bebauungsplan. Der ist Voraussetzung dafür, dass überhaupt eine Baugenehmigung erteilt wird. Das endgültige O.K. der Parlamentarier zum Bebauungsplan kann damit frühestens am 13. März erfolgen.

Das betreffende Areal mit der Garage wird nun aus der "Insel"-Gestaltung ausgeklammert. "Das ist ärgerlich, aber wir können es nicht ändern", stellte Weber ernüchternd fest.

Roland Petri: Ein Denkmal für die bürgerliche Dummheit

Die Bauaufsicht des Kreises hat aber bereits ihre Einwilligung für vorbereitende Arbeiten gegeben. Der Abbruch der alten Scheune soll laut Weber Mitte Februar in Angriff genommen werden. Rodungsarbeiten sind ebenfalls schon möglich. Auch die anderen Garagen können entfernt, die Entwässerung verlegt und das Pflaster aufgenommen werden.

Die Zuschlags- und Bindefrist der bereits beauftragten Baufirmen für das Projekt können laut Weber eingehalten werden. Zwei Drittel der Kosten für die Neugestaltung der "Insel" tragen Bund und Land.

"Wir sollten nach Abschluss der Bauarbeiten die Garage unter Denkmalschutz stellen lassen - als Zeichen für bürgerliche Dummheit", ärgerte sich Roland Petri (SPD).


Mit ePaper wird die Zeitung digital: Testen Sie jetzt das ePaper Ihrer Heimatzeitung zwei Wochen kostenlos!
Link zum Thema
Copyright © mittelhessen.de 2014
Kommentare (0)
Mehr aus red.web unzugeordnet