Arteriosklerose schleicht sich ein

Blutbahnen Betroffene merken oft jahrelang nichts von der Verkalkung ihrer Gefäße

Ständig zirkuliert das Blut durch den Körper. Es versorgt Organe wie Muskeln, aber auch das Gewebe mit lebenswichtigen Nährstoffen. Doch nicht alles, was sich im Blut befindet, tut dem Körper gut. Zu viel Fett und Kalk können sich mit der Zeit dauerhaft in den Gefäßwänden ablagern. Die Gefäße verkalken, heißt es umgangssprachlich. Medizinisch ist von Arteriosklerose die Rede.

Arteriosklerose ist eine chronische Erkrankung. "Sie darf keinesfalls unterschätzt werden", sagt Ernst Weigang, Chefarzt der Klinik für Gefäßchirurgie und Endovaskuläre Therapie am Evangelischen Krankenhaus Hubertus in Berlin.

Weil die Gefäßwände starrer und dicker und somit enger werden, kann das Blut nicht mehr frei fließen. Die Blutmenge, die zum Herzmuskel fließt, nimmt ab. Der Herzmuskel wird nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Daraus kann sich ein Herzinfarkt entwickeln.

Das Tückische: "Oft merken Betroffene über Jahre hinweg nichts von einer Arteriosklerose", erklärt Weigang. Wie genau es zu der Verkalkung kommt? Ärzte vermuten heute, dass sich die Gefäßwand entzündet oder verletzt wird und die Einlagerungen von Fetten und Kalk erst dadurch möglich werden. Unklar ist aber, was konkret die Entzündung oder Verletzung verursacht.

Bekannt ist dagegen, was Arteriosklerose begünstigt: zu viel und zu fetthaltiges Essen, zu wenig Bewegung, ein erhöhter Blutdruck und Blutzucker sowie Rauchen. Solange die Krankheit still voranschreitet, bemerken die Betroffenen nichts. Die Ablagerungen können sich aber von der Gefäßwand lösen. Mit Blutgerinnseln verklumpen sie dann zu einem Pfropf, der eine Arterie verstopft. Es droht ein Herzinfarkt oder ein Schlaganfall.

Bewegung und eine Ernährung mit Obst, Gemüse und Vollkornprodukten helfen vorzubeugen

Ein Arzneimittel, das direkt gegen Arteriosklerose wirkt, gibt es nicht, sagt Ursula Sellerberg von der Bundesapothekerkammer. Die Erkrankung kann aber mit Blutverdünnern behandelt werden. Sie verhindern, dass sich Blutgerinnsel bilden. Sind die Cholesterin-Werte erhöht, können Fettsenker dazu beitragen, dass die Werte des schädlichen LDL-Cholesterins gesenkt werden.

"Wer übergewichtig ist, sollte abnehmen", rät Ernährungsberaterin Rita Rausch von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz in Mainz. Eine reduzierte Kalorienzufuhr mit mäßigem Fettanteil kann dazu beitragen, das Risiko für einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall zu senken. Das heißt aber nicht, dass Menschen mit Arteriosklerose komplett auf Fett oder Eier verzichten müssen. "Drei Eier pro Woche, davon zwei in verarbeiteter Form, sind in Ordnung."

Wichtig ist eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten sowie regelmäßige Bewegung. (dpa)


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