Auf der Straße der Konventionen

Walter Salles’ halbherzige Kerouac-Verfilmung
Erinnerungen an die "gute alte Zeit�?: "On the Road – Unterwegs�? erinnert an Jack Kerouacs Trip durch Amerika in den späten Vierzigern. (Foto: Verleih)

Kerouac war einer der führenden Underground-Poeten der Beat-Generation, und um einen Eindruck von der Aufbruchsstimmung jener Zeit zu bekommen, taugt das Kultbuch, dessen Urfassung von Ulrich Blumenbach neu übersetzt als rororo-Taschenbuch (576 Seiten, 9,99 Euro) jetzt erschienen ist, vorzüglich.

Zumindest besser als dessen seit dem Erscheinen des Buchs 1947 für unmöglich gehaltene Verfilmung, die Walter Salles nun gewagt hat. "Ein paar schöne Stunden" kann man sich in "On the Road – Unterwegs" machen, der Film ist streckenweise unterhaltsam, atmet gelegentlich auch so etwas wie Authentizität und gibt dem Hollywood-Nachwuchs von Sam Riley bis Kristen Stewart Gelegenheit, so attraktiv rüberzukommen sein, wie in einer Jeans-Werbung.

Allein, vom heißen Atem jener Jahre ist in den fast zweieinhalb Stunden auf der Leinwand wenig zu spüren, und die Akteure kommen einem vor wie in einer halbherzigen Versuchsanordnung. Vom gesellschaftlichen Klima, von Kerouacs radikaler Attitüde und unkonventioneller Sprache, für den die Freiheit wie ein großer Rausch war, ist in der Geschichte eines jungen Schriftstellers, den es an der Seite eines charismatischen Bohemiens Ende der 1940er-Jahre quer durch Amerika treibt, leider nur wenig zu spüren.

Laufzeit: 140 Minuten; FSK: freigegeben ab 12 Jahren.


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