Auf die Stärken bauen

Handwerk  Regionalpolitische Gesprächsrunde tagte zum elften Mal

Kammerpräsident Klaus Repp (Mitte) begrüßt Kollegen aus dem Handwerk sowie Vertreter von Politik und Behörden zur Gesprächsrunde in Wetzlar. (Foto: privat)

Die Regionalpolitische Gesprächsrunde des Handwerks war zum elften Mal in Wetzlar zusammengekommen. Gekommen waren Regierungspräsident Christoph Ullrich, der stellvertretende Kammerhauptgeschäftsführer und Leiter der Geschäftsstelle Mittelhessen, Martin Pott, Vertreter der Kommunen und Landkreise sowie die Kreishandwerksmeister.

Mit fast 9900 Betrieben unter den rund 26 000 Mitgliedsbetrieben der Handwerkskammer Wiesbaden macht der Wirtschaftsraum Mittelhessen etwa zwei Fünftel des Kammerbezirks aus. Fast 48 000 Beschäftigte und knapp fünf Milliarden Euro jährlicher Umsatz seien ein „Stabilitätsanker für die regionale Wirtschaft“.

„Das Handwerk befindet sich im sechsten Jahr in Folge in Hochform. Nahezu alle Betriebe haben sehr gut zu tun und bieten ihren Beschäftigten somit sichere Arbeitsplätze“, resümierte Repp die derzeitige Lage des Handwerks im Kammerbezirk Wiesbaden. Die vorhandenen Aufträge lasteten die Betriebe für sieben Wochen im Voraus aus.

Die fast 9900 Betriebe sind Stabilitätsanker für die regionale Wirtschaft

Mit 3578 neuen handwerklichen Lehrverträgen im Kammerbezirk Wiesbaden und 1475 in den mittelhessischen Landkreisen zu Beginn des neuen Ausbildungsjahrs seien zwar leichte Zunahmen zum Vorjahr zu verzeichnen, die jedoch den in allen Gewerken grassierenden Fachkräftemangel nicht beheben könnten, so Repp. Hessenweit seien mehr als 10 000 neue Lehrverträge abgeschlossen worden, darunter 920 mit Flüchtlingen.

Das Handwerk beweise sich nicht nur als Ausbildungs-, sondern auch als Integrationsmotor. Doch stelle sich die Frage, wer davon langfristig auch im Handwerk bleibe, ergänzte Pott.

„Wir bedauern sehr, dass uns trotz der guten allgemeinen Konjunktur- und Betriebszahlen zunehmend Betriebe aus den Lebensmittelhandwerken verloren gehen. Darunter leiden Vielfalt und Lebensqualität“, berichtete der Kreishandwerksmeister des Lahn-Dill-Kreises, Ralf Jeschke.

Man habe zuletzt nur drei Ausbildungsabschlüsse in den Fleischer- und Fleischereifachverkäufer-Berufen gehabt. Eine verstärkte Berufsorientierung an den Schulen sei wichtig.

„Unser Ziel heißt: Leben und Arbeit in der Heimat“, gab Regierungspräsident Christoph Ullrich der Runde gegenüber zu bedenken. Es gelte, einen Teil der Pendlerströme in die Rhein-Main-Metropole von täglich rund 260 000 Menschen in der Region zu halten. Dazu seien weitere Investitionen in die Infrastruktur und den Breitbandausbau von Nöten. „Wir müssen auf unsere Stärken bauen“, endete Ullrich. (red)


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