Aus Fünfen werden wieder zwei

DISKUSSION Wallauer Kreisel soll nun zwei Zebrastreifen erhalten

Seit Jahren sind sie in der Diskussion: Zebrastreifen am Kreisel in Wallau. Nachdem eine große Lösung mit Streifen auf allen abzweigenden Straßen im Gespräch war, ist nun geplant, zwei Straßen mit Zebrastreifen zu versehen. (Foto: Bünger)

Geld für die Streifen steht schon seit dem Jahr 2011 im Haushalt der Stadt Biedenkopf bereit. Das ist haushaltstechnisch eine so lange Zeit, dass die vorgesehenen und bislang unverbrauchten Mittel von 18 000 Euro zum 31. Dezember dieses Jahres verfallen werden und ein neuer Ansatz nötig wird.

Überweg für Fußgänger sorgt immer wieder für Stoff für Diskussionen

Grund für die lange Zeit ist ein mehrfaches Hin und Her. Erstens wegen der Menge des Verkehrs. Eine der einmündenden Straßen, die Bahnhofstraße, ist eine Kreisstraße. Um auf einer Kreisstraße einen Zebrastreifen zu installieren, muss jedoch eine bestimmte Mindestanzahl an Fahrzeugen dort entlang fahren. Diese Zahl werde nicht erreicht, hieß es nach einer ersten Messung von Seiten der Kreisverwaltung.

Eine Aussage, die bei vielen Wallauern Kopfschütteln auslöste. Zu einer anderen Uhrzeit werde das Ergebnis völlig anders ausfallen, waren sie sich sicher. Und in der Tat: Eine zweite Messung ergab ein anderes Ergebnis. Das angeblich zu geringe Verkehrsaufkommen stand den Zebrastreifen damit nicht mehr im Wege. Und so kündigte Bürgermeister Joachim Thiemig in der Novembersitzung des Ortsbeirats Wallau im vergangenen Jahr frohgemut an, nach der Winterpause werde der Bau der Zebrastreifen wohl losgehen

Doch dann tauchte das nächste Problem auf. Die Verkehrsführung gleichberechtigter Straßen müsse einheitlich sein, erläuterte Joachim Thiemig dem Ortsbeirat im April dieses Jahres. Und das bedeutet: Entweder erhalten alle fünf Straßen einen Zebrastreifen oder gar keine. Was im gleichen Atemzug heißt: Versieht man alle fünf Fahrbahnen mit Streifen, müssen auch zehn Straßenlampen her. Was die Sache teurer werden lässt. An Stelle der zuvor veranschlagten 18 000 Euro rechnete die Stadt nun mit 36 000 Euro für vier Übergänge. Die Kosten für den fünften Übergange, würde der Kreis tragen, sagte Thiemig damals. Der Ortsbeirat hörte es mit einem gewissen Erstaunen, stimmte dem Projekt aber einstimmig zu.

Eine Woche später sah das bei der UBL aber schon wieder ganz anders aus. In ihrer Mitgliederversammlung bezeichneten die Mitglieder den einstimmigen Beschluss des Ortsbeirats als "Schildbürgerstreich". Fünf beleuchtete Zebrastreifen würden das Ortsbild verunstalten, hieß es. "Ortsunkundige Hobbyflieger könnten dann unsere Ortsdurchfahrt nachts für eine Landebahn halten", witzelte die UBL. Dann lieber zwei Streifen in der Fritz-Henkel-Straße und in der Bahnhofstraße außerhalb des Kreiselbereichs, schlugen die Mitglieder vor.

Diese Idee diskutierte der Ortsbeirat im September - und verwarf sie letztendlich. Zu unsicher schien dem Gremium, ob die Zebrastreifen entlang der Strecke angenommen werden und ihren Dienst tun. Für fünf Zebrastreifen mochten die Mitglieder sich aber auch nicht mehr erwärmen. Und so war wieder der Bürgermeister gefragt, nochmals mit dem Kreis zu verhandeln. Der macht nach einem Ortstermin nun mit: Zwei Übergänge in Bahnhofstraße und Fritz-Henkel-Straße soll es geben. Allerdings versieht der Kreis sein Einverständnis mit einem Vorbehalt: Sollte die Lösung nicht akzeptiert werden, so der Kreis, müsse man an den anderen Straße nachrüsten.

40 000 Euro sind für das Projekt im Haushalt 2014 vorgesehen. "Wir werden das Geld aber nicht komplett brauchen", ist sich Biedenkopfs Bürgermeister sicher.


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