Bäume in der Kunst

AUSSTELLUNG Vielfalt zu einem Sujet im Sinclair-Haus

Große Kunst im Blick: Das Triptychon von Stefan Sehler (hinten) und Rudolf Wachters Skulptur. (Foto: Heiland)

Auch die Schau verzweigt sich wahrlich, räumlich ebenso wie inhaltlich. Kein Wunder, bietet sie doch etwa 80 Exponate von 60 Künstlern und damit ein breites Spektrum der Herangehensweisen und Techniken. Erstmals werden Werke aus einer Privatsammlung gezeigt, die ganz auf das Baum-Sujet ausgerichtet ist. Ergänzt werden sie durch Exponate aus der Altana-Sammlung und Leihgaben.

In der abwechslungsreichen Abfolge von Skulpturen, Objekten, Gemälden, Zeichnungen und Filmen wird das Motiv des Baums sehr unterschiedlich bearbeitet. Seine Form wird als Ganzes aufgegriffen, etwa in Fotos, aber auch seine Details stehen im Fokus: Stamm, Ast, Blätter. Die mythologischen, emotionalen und märchenhaften Aspekte finden sich ebenso wie der Vergleich der Äste und Wurzeln mit den Adern und Gehirnverästelungen im menschlichen Körper, einem Flussdelta oder Blitzen, Grundstrukturen, die überall auf der Welt vertreten sind. Selbstredend geht es auch darum, dass der Baum einen Werkstoff liefert, der - gesammelt, zersägt, zusammengesetzt oder poliert - zu sehr verschiedenen Formen und Ausdrucksmöglichkeiten führen kann.

Vielfalt also, die zeigt, wie die zeitgenössische Kunst auf den Baum als "Abbild von Welt und Leben" reagiert.

80 Exponate von rund 60 Künstlern vereint unter dem Titel "Verzweigt"

Freilich, den sattgrünen Wald der Romantik sucht die deutsche Seele vergebens, die deutsche Eiche kommt eher sparsam vor, zum Beispiel in Christoph Brechs acht Minuten langer Autofahrt durch eine Eichenallee.

Dafür darf man sich zwischen den wandhohen schwarz-weißen Zeichnungen von Vollrath Hopp fast wie im Wald fühlen, sich über Laura Fords "Tree Girl with Birds" wundern oder aber über David Schers an einen Baum pinkelnden Bären amüsieren. Große Namen - Baselitz, Beuys, Kiefer, Richter - sind ebenso vertreten wie eher unbekannte internationale Künstler. Ach ja, einen Weihnachtsbaum gibt’s natürlich auch, eine kleine Arbeit von Polke.

Die Ausstellung im Sinclair-Haus, Dorotheenstraße, ist bis 22. Februar zu sehen. Öffnungszeiten: Dienstag 14 bis 20 Uhr, Mittwoch bis Freitag 14 bis 19 Uhr, Samstag, Sonntag 10 bis 18 Uhr. Montags sowie am 24. und 31. Dezember geschlossen, 25., 26. Dezember und 1. Januar 12 bis 18 Uhr.

Eintritt 5 Euro (ermäßigt 3 Euro, Familien 12 Euro). Mittwochs Eintritt frei. Es erscheint ein Katalog. Zudem ist für ein Rahmenprogramm gesorgt, zu dem unter anderem eine Führung durch den Schlosspark nebenan gehört. Kontakt und Information unter www.altana-kulturstiftung.de


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