Bauen, baden, beraten

POLITIK  Ortsbeirat Weidenhausen spricht über Jugendraum, Freibad und Neubaugebiet

Es gibt noch viel zu tun – auch im Jugendraum im Dorfgemeinschaftshaus Weidenhausen: Die Ortsbeiratsmitglieder (von links) Johannes Koch, Markus Wege, Stefan Düppers und Siegmar Dannat verschaffen sich ein Bild von den erforderlichen Arbeiten. (Foto: Tietz)

Jugendraum

Mit großem Elan sind Jugendliche und Erwachsene die Sanierung angegangen. Bei einem ersten Arbeitseinsatz entrümpelten und entkernten die Helfer den seit mehreren Jahren nicht mehr genutzten Raum im Keller des Dorfgemeinschaftshauses. Dabei trat ein Problem zu Tage: feuchte Wände. Die Ursache ist unklar. Entweder sorgte ein verstopftes Abflussrohr dafür, das Wasser vom Dach niederprasselte und dann direkt an die Wände floss. Oder aber die Feuchtigkeit stieg aus dem Erdreich empor, weil hier die Gebäude-Isolierung fehlt.

Ein Planungsbüro soll nun ein Konzept für eine mögliche Modernisierung des Freibads erstellen

Um Schimmelbildung zu verhindern, sollen nach Auskunft von Ortsvorsteher Markus Wege nun Trockenbauwände aufgestellt werden. Die Gipsfaserplatten werden im Raum an die Außenwände und an die feuchte Innenwand angebracht. Dies soll bei einem der nächsten Arbeitseinsätze geschehen. Zuvor wollen einige Jugendliche noch die mit Rigips verkleidete Decke in Ordnung bringen. Die Reste der angeklebten Schaumstoff-Dämmung müssen mit Spachteln abgekratzt werden. Anschließend kommt Farbe an die Decke. Außerdem müssen die Fliesen in der Toilette gereinigt werden.

Die elektrischen Leitungen sind im Raum bereits neu verlegt worden. Diese Arbeiten hat Willi Bamberger übernommen. Ein neuer Sicherungskasten ist eingebaut, das Licht funktioniert wieder. Drei neue Fenster sind bestellt, diese will der Bauhof einsetzen. Der Heizkörper kann wohl bleiben, lediglich ein neuer Thermostat wird benötigt. Die Abwasserleitung wird eine Fachfirma in Ordnung bringen. Zu guter Letzt sollen eine neue Toilette und ein Waschbecken eingebaut sowie ein Fußbodenbelag verlegt werden. Markus Wege will nun die weiteren Arbeitseinsätze koordinieren. Dazu haben die Jugendlichen eine WhatsApp-Gruppe gebildet.

Freibad

Ein erster wichtiger Schritt auf dem Weg zur geplanten Modernisierung der Freizeitanlage ist gemacht. Die vom Förderverein ins Leben gerufene Ideenbörse brachte einige Gestaltungsvorschläge von Bürgern zusammen. Diese stellten die Schwimmbadfreunde am Dienstag Vertretern der Stadt und der Gladenbacher Bäder-Gesellschaft SEB vor.

„In seiner Grundstruktur soll das Freibad erhalten bleiben“, fasste Ortsbeiratsmitglied Stefan Düppers die Wünsche zusammen. Dazu gehören: ein großes Schwimmbecken mit einer Tiefe von mindestens zwei Metern, ein separates Nichtschwimmer-Becken mit einer Rutsche und ein Kleinkinder-Becken mit Abenteuerspielelementen sowie ein von zwei Seiten begehbarer Kiosk und Abenteuerelemente im Außenbereich. Wichtig seien außerdem die Barrierefreiheit und der Einsatz moderner, ökologischer Techniken für die Wasseraufbereitung. Diese Vorgaben erhält nun ein Planungsbüro, das ein Konzept für eine Modernisierung des Freibads erstellen soll. Dafür hat die SEB 10 000 Euro in ihren Wirtschaftsplan eingestellt. Außerdem spendete die Weidenhäuser Dorfgemeinschaft 6400 Euro dem Förderverein für das Freibad.

„Bis August will die Stadt eine Hausnummer vom Planungsbüro haben, in welche Richtung es geht“, erklärte Düppers. Sprich: Dann soll auch eine erste Kostenschätzung vorliegen. Die entscheidende Frage wird anschließend sein, wie das neue Freibad finanziert werden kann. „Der Ortsbeirat, der Förderverein, der gesamte Ort hat seine Hausaufgaben gemacht“, sagte Düppers.

„Der politische Wille, hier für das Freibad etwas zu bewegen, war in den vergangenen 15 Jahren noch nie so groß wie jetzt“, erklärte Markus Wege. Wichtig sei, dass das neue Freibad nachhaltig gebaut werde, damit die Unterhaltungskosten in den Folgejahren möglichst gering gehalten werden können. „Wir wollen ein Gladenbacher Freibad im Stadtteil Weidenhausen bauen – für alle Bürger“, betonte der Ortsvorsteher. Es müsse alles dafür getan werden, damit diese Infrastruktur erhalten bleibe und modernisiert werde.

Baugebiet

Auf der rund 1,6 Hektar großen Fläche am Oberen Haumbach – unterhalb des Friedhofs – sollen 15 Grundstücke ausgewiesen werden. Dagegen wehrt sich eine Bürgerinitiative. Aufgrund ihres Einspruchs musste nun ein Gutachten erstellt werden, das Auskunft darüber gibt, welche Tiere auf den Wiesen vorkommen zum Beispiel Amphibien. Dieses hat laut Markus Wege 4500 Euro gekostet und die Planungszeit um ein Dreivierteljahr verlängert. Die Stadt rechne mit Mehrkosten von insgesamt 10 000 Euro, so der Ortsvorsteher.

Gekauft hat die Stadt mittlerweile eine Ausgleichsfläche, um die nötigen Ökopunkte für das Baugebiet zu bekommen. „Jetzt kann es wieder vorwärts gehen“, sagte Wege mit Blick auf die nächsten Schritte. Das Gladenbacher Parlament wird am 26. April einen Offenlegungsbeschluss fassen. Danach können die überarbeiteten Pläne für das Baugebiet sechs Wochen lang für jedermann im Rathaus eingesehen werden.


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