Bei der Sparkasse wird nicht nur Geld gezählt

Ausbildung  Langzeitpraktikum mit Nikolaus-Aktion

„Um halb neun beginnt mein Tag“, erzählt der 17-Jährige aus Rechtenbach. Zusammen mit seinen Kollegen betritt er die Filiale am Sturzkopf in Wetzlar und beginnt mit den Vorbereitungen für seinen Arbeitstag. „Ich öffne die Schränke mit den Formularen und Wiedervorlagen, verteile die Hauspost an unsere Berater und die Kollegen im Service und kontrolliere die Überweisungen, die mit der Nachtpost eingegangenen sind“, berichtet Viktor von einem klassischen Start in den Arbeitstag in einer der 26 Geschäftsstellen der Sparkasse Wetzlar.

Er kennt sich schon gut aus in den Abläufen bei der Bank. „Überweisungen unter 100 Euro können gleich abgestempelt werden, geht es um Beträge über 100 Euro, gleichen wir die Daten auf der Überweisung mit den uns vorliegenden Kundendaten ab. Kommt uns etwas komisch vor, rufen wir den Kunden an. Sollen mehr als 1000 Euro überwiesen werden, wird der Kunde grundsätzlich angerufen“, erklärt Viktor das Prinzip Sicherheit.

Um neun Uhr öffnet „seine“ Filiale die Türen für den Publikumsverkehr, „da sind die ersten Kunden meist schon da“, erzählt der 17-Jährige weiter. Er begrüßt Kunden, die ein Beratungsgespräch verabredet haben und führt sie in den Wartebereich. „Oft kommen auch Bürger, die Unterstützung am Selbstbedienungsterminal (SB-Terminal) benötigen. Wer dort noch nie eine Überweisung getätigt hat, dem zeige ich gerne, wie das geht.“

Nicht jeder hat Karte mit Geheimnummer

Auch gibt es Kunden, die keine Pin-Nummer haben, aber trotzdem Geld mit ihrer Karte abheben wollen. „Die kommen erst zum Terminal und lassen sich von einem Sparkassenmitarbeiter Geld auf ihre Karte laden, das sie sich dann im zweiten Schritt am Automaten auszahlen lassen.“ Nicht jeder Kunde wolle eine Karte mit Geheimnummer, weiß der Praktikant.

Zwar sind fast alle Filialen der Sparkasse inzwischen bargeldlos, mit Scheinen und Münzen kommt Viktor Lehmann trotzdem noch in Kontakt. „Es gibt ja auch Kunden, die Einzahlungen vornehmen wollen.“ Scheine werden dann in den Automaten gesteckt, Kleingeld wird in kleine Säckchen, sogenannte Safebags, gepackt und in die Zentrale zum automatischen Zählen geschickt. Zwischendurch schaut Viktor Lehmann regelmäßig, ob in den Kontoauszugsdruckern noch ausreichend Papier liegt, genügend Überweisungsvordrucke vorhanden sind oder eventuell Karten von den Automaten eingezogen wurden.

„Die Aufgaben sind extrem vielfältig“, sagt Viktor Lehmann, der an der Theodor-Heuss-Schule in Wetzlar auf sein Fachabi hinarbeitet. Und: „Mathematisches Verständnis sollte man mitbringen.“ Betreuerin Sibylle Dörr sagt: „Überschlag, gutes Kopfrechnen, Beherrschen der Grundrechenarten, Prozentrechnung und Dreisatz sind unter anderem die Voraussetzungen für einen Ausbildungsplatz bei einer Bank. Eine Kurve muss man allerdings nicht diskutieren können.“

Die Sparkasse Wetzlar bietet jedes Jahr einjährige Praktika für angehende Fachabiturienten an, in denen sie die unterschiedlichsten Abteilungen des Unternehmens durchlaufen. Viktor war unter anderem schon in der Revision und in der Kommunikation. „Das war sehr spannend, da bin ich mit den Kollegen zu den Filialen gefahren, wir haben Werbemittel verteilt und Plakate aufgehängt.“

Auch an der Planung von Events war der Schüler schon beteiligt, unter anderem durfte er ein Gewinnspiel am Sparkassen-Infostand auf dem Gallusmarkt in Wetzlar betreuen und war als Nikolaus verkleidet auf dem Weihnachtsmarkt unterwegs, um Werbegeschenke zu verteilen.


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