Benner beruhigt und wirbt kräftig

HESSENTAG Bürgermeister informiert im Sinner Bauausschuss über Vorhaben in der Au

Beruhigende Worte: Herborns Bürgermeister Hans Benner (Mitte) erläuterte dem Sinner Bauausschuss mit Wilfried Klabunde (links) und Bürgermeister Hans-Werner Bender die Pläne zur Neugestaltung von Schießplatz und Reitgelände in Herborn. Die Sinner hatten deswegen Nachteile im Falle von Hochwasser befürchtet. (Foto: Benz)

Herborns Stadtoberhaupt war Gast im Sinner Parlamentsausschusses für Bau, Planung, Umwelt, Energie und Verkehr. In der Sinner Kommunalpolitik war befürchtet worden, dass die Umgestaltung des früheren Reitstadions und später auch des auf der anderen Dillseite liegenden Schießplatzes die Hochwassergefahr in Sinn erhöhen könnte. Benner berichtete dem Ausschuss um Wilfried Klabunde (SPD), dass die Stadt schon seit langem vor hatte, den Festplatz auf das alte Reitgelände zu verlagern, um den Schießplatz zu entlasten, weil der als Parkplatz für die Innenstadt benötigt werde.

Benner: Es gibt am Dillufer keinen Damm, sondern nur eine ein Meter hohe "Wulst"

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Der bevorstehende Hessentag 2016 in Herborn habe das Vorhaben nun vorangetrieben, und der Reiterverein brauche das Gelände nicht mehr. Der neue Festplatz werde hauptsächlich mit Schotterrasen befestigt, damit Wasser versickern könne. Benner zeigte den Sinnern mittels einer Präsentation die geplanten Abmessungen und beteuerte, es werde keinen Damm entlang der Dill geben, der im Fall von Hochwasser Sinn als nächste Gemeinde im Dillverlauf gefährden könne. Geplant sei vielmehr ein "Wulst" von einem Meter Höhe und vier Metern Breite, der an der Nordseite des Platzes Hochwasser im Flusslauf halten solle.

Gern beantwortete der Herborner Fragen der Sinner nach dem Hessentag. Und er nutzte freilich die Gelegenheit, kräftig die Werbetrommel dafür zu rühren. Gießen und Mittenaar hätten bereits signalisiert, für ihre Seniorenfahrten im nächsten Jahr Herborn als Ziel auszuweisen, sagte Benner. Sinn sei herzlich dazu eingeladen.

Es werde eine Arena für 30 000 Besucher geben, das Festzelt werde 6000 Menschen Platz bieten. Aktionsbühnen werden für die Polizei und den Hessischen Rundfunk da sein. Für die Sicherheit der Besucher werden Ordnungspolizisten aus mehreren ehemaligen Hessentagsstädten ausgeliehen. Der Bahnhof werde noch behindertengerecht ausgebaut, so dass möglichst viele Besucher mit der Bahn nach Herborn kommen können. "Der Hessentag soll seine Werbewirkung ausstrahlen in die weitere Umgebung", sagte Benner.

Danach behandelte der Bauausschuss die Pläne eines Bäckereibetriebs, an der Ortsdurchfahrt im ehemaligen Schlecker-Gebäude eine Verkaufsstelle mit Freiluftcafé einzurichten. Bisher wird dieser Platz als öffentlicher Parkplatz genutzt. Der Ausschuss stimmte einer entsprechenden Empfehlung an die Gemeindevertretung einstimmig zu.

Nicht einig wurde man mit dem Vorschlag des Gemeindevorstands, im Gewerbegebiet "Fleisbach-Ost" einen Werbeturm errichten zu lassen. Wie Bürgermeister Bender (parteilos) berichtete, hat eine Firma ihr Interesse angemeldet. Sie würde die Konstruktionskosten in Höhe von 600 000 bis 700 000 Euro übernehmen und der Gemeinde jährlich 15 000 Euro Pacht bezahlen. "Seitens der Verwaltung wird seit längerem geprüft, wie die Flächen in Sinner Gewerbegebieten besser beworben und damit vermarktet werden können", gab Bender zu bedenken. Er sah in einem solchen Turm eine praktikable Möglichkeit, für welche die Sinner nicht mal was bezahlen müssten.

Aber das konnte die Kritiker nicht umstimmen: "Das Ding ist 45 Meter hoch und leuchtet die ganze Nacht; das ist eine Verschandelung der Landschaft", warnte Dieter Jung von der FWG. Die Bedenken, was wohl die Fleisbacher dazu sagen würden, wenn sie dauernd auf dieses Werbeschild gucken müssten, überwogen schließlich alle Sympathie für eine leichte Einnahmequelle und eine wirksame Außenwerbung, die Finanzausschussvorsitzender Raimund Bayer schließlich in die Bedenken packte: "Wer weiß denn überhaupt, ob jemand, der auf der Autobahn da vorbeifährt, Interesse an einer Ansiedlung in Sinn hat?" Und so stimmte der Ausschuss bei einer Enthaltung einstimmig dagegen.

Einig war sich der Ausschuss über den Vorschlag, diverse kleinere Grundstücke zu verkaufen.


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