Breidenbach will weiter wachsen

POLITIK Bauplätze in Ulmenstraße / Entscheidung über Flächenkauf im Parlament

Die Ulmenstraße ist bislang nur ein unbefestigter Weg durch Wiesen am Hausberg entlang. Sie soll vom Erlenweg her gebaut und acht Bauplätze zu beiden Seiten erschlossen werden. Dahinter kommt ein Wendehammer. (Foto: Heimrich)

Wer vom Hausbergweg nach rechts in die Ulmenstraße will, kommt mit dem Auto nicht weit. Aus der geplanten Erschließung wird auf dieser Seite erst einmal nichts. Die Eigentümer wollen ihre Flächen nicht verkaufen. (Foto: Heimrich)

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Es gibt 35 Grundstücke rechts und links der Ulmenstraße, die sich den Berg entlang vom Hausbergweg bis kurz hinter die Tannenstraße zieht. Bislang ist die "Straße" allerdings nicht mehr als ein Feldweg oder hat stellenweise gar keine Befestigung. Jenseits des Hauses Nummer 2 liegen zu beiden Seiten Wiesen, Gartenstücke und knorrige Bäume. Irgendwann könnten schmucke Einfamilienhäuser die Straße säumen mit spielenden Kindern davor und Blumenbeeten dahinter.

"Die Nachfrage ist da", sagt Bürgermeister Christoph Felkl (SPD) im Haupt- und Finanzausschuss, es gibt Interessenten, die unbedingt in der Kerngemeinde bauen wollen. Deshalb soll die Ulmenstraße als Wohngebiet entwickelt werden. Im Flächennutzungsplan ist das schon so festgehalten. Zwölf Grundstücke gehören der Gemeinde dort bereits, weitere vier sollen nun dazugekauft werden und ein fünftes eingetauscht - zum Preis von 15,60 Euro pro Quadratmeter. Das Geld dafür war schon 2014 bereit gestellt und eingeplant. Es wurde aber nicht ausgegeben.

Denn: Die Gemeinde muss umplanen. Sie wollte das Neubaugebiet eigentlich vom Hausbergweg her entwickeln und erschließen. Das wollten aber die Eigentümer nicht, denen die Grundstücke dort gehören. "Der größte Teil von ihnen wollte nicht verkaufen oder sein Grundstück gegen ein  gemeindeeigenes eintauschen", berichtet Felkl. Also wird nun auf der Erlenwegseite angefangen - und sich Richtung Hausbergweg vorgearbeitet.

Baulücken gibt es noch, aber die Flächen will keiner haben

Auf dieser Seite hat sich die Gemeinde mit den Eigentümern von fünf Grundstücken einigen können. Zusammen mit den vier eigenen Flächen in dem Bereich gibt das nun acht Bauplätze, die zu beiden Seiten der künftigen Straße entstehen sollen. Das neunte Grundstück kann vorerst nicht genutzt werden, erklärt Felkl, dort muss ein Wendehammer hin. Und: Der Anschluss der Bauplätze an die Versorgungsleitungen wird von dieser Seite her ebenfalls aufwendiger, sprich teurer, als ursprünglich gedacht.

"Es gibt doch noch Baulücken in der Gemeinde, die man erst einmal schließen sollte, bevor neue Bauplätze geschaffen werden", kritisieren Roland Grebe (Bürgerliste) und Roger Kretzer (SPD) in der Ausschusssitzung. Und: Wie sieht’s aus mit einem Leerstandskataster für alle Ortsteile, das die Gemeinde anlegen wollte? Gibt es das schon?

"Nein", antwortet der Bürgermeister zur Frage des Katasters, das sei noch in Arbeit. Und "ja" zu den Baulücken, die gibt es - in den Ortsteilen ohnehin, und auch wenige in Breidenbach selbst, zum Beispiel gegenüber der Buderushäuser. Aber: "Die Flächen dort will keiner haben." Trotzdem: Neues Bauland in der Kerngemeinde werde gebraucht, so Felkl, und die Ulmenstraße zu entwickeln, sei ja schon lange beschlossen. Was fehlt, ist die Entscheidung, mit der Erschließung an anderer Stelle zu starten als ursprünglich geplant.

Der Ausschuss ist am Ende einstimmig dafür. Das letzte Wort hat die Gemeindevertretung. Sie tagt am Dienstag, 24. März, ab 19 Uhr im Bürgerhaus Breidenbach.


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