Brücken bauen im Babycafé

PROJEKT Erster Basar in der Unterkirche / Finanzierung ab Sommer unsicher

Der Baby- und Kinderbasar des Baycafés Gladenbach war ei voller Erfolg. (Foto: Hess)

Das Babycafé findet seit etwa zwei Jahren jeden Donnerstag von 10 bis 12 Uhr in der Unterkirche der katholische Kirche in Gladenbach statt. Über Bildungs- und kulturelle Grenzen hinweg treffen sich hier in der Regel zehn bis 15 Schwangere und junge Mütter mit Babys und Kleinkindern. Willkommen ist im Babycafé jeder - ganz ohne Anmeldung und selbstverständlich kostenlos.

Bei Bedarf werden junge Mütter und Schwangere auch fachlich beraten

"Am Anfang steht die Erkenntnis, dass alle Eltern Fragen haben", erläutert die Leiterin des Babycafés, Doris Klapperich vom Caritasverband. Und so ist ein wichtiger Baustein der Erfahrungsaustausch und das Knüpfen von Kontakten: Die gegenseitige solidarische Unterstützung sei unbezahlbar, so die Leiterin. So trifft hier beispielsweise die Lehrerin auf eine Frau ohne Schulabschluss und lernt etwas von ihr. Das Babycafé ermöglicht die Begegnung zwischen verschiedenen Kulturen und unterschiedlichen sozialen Schichten, die sich gegenseitig bereichern können.

Doch das Angebot geht noch darüber hinaus: Bei Bedarf erhalten die Teilnehmerinnen im Babycafé fachliche Beratung von Pädagogen, Hebammen oder Ärzten. Die Themen bestimmen die Mütter selbst. Da wird über die Sprachentwicklung und die Trotzphase des Kindes ebenso gesprochen wie über Mutter-Burnout, den Wiedereinstieg in den Beruf und staatliche Hilfen. Hier geben Fachreferenten Informationen zu musikalischer Frühförderung, Vorsorgeuntersuchungen und zum Übergang in den Kindergarten. Gemeinsame Freizeitaktivitäten wie der Besuch von Kasperle-Theater und Ponyhof stehen ebenso auf dem Programm wie ein Erste-Hilfe-Kurs.

Auch präventiv wurde einiges getan: Durch das Babycafé konnten viele Probleme in den Familien und die Notwendigkeit individueller Unterstützung schon im Vorfeld erfasst werden, Barrieren wurden abgebaut und das vorhandene Netzwerk an professionellen Diensten frühzeitig zugänglich gemacht.

Finanziert wird dieses Projekt des Caritasverbandes Wetzlar/Lahn-Dill-Eder durch die Caritasstiftung in der Diözese Limburg, die Aktion Mensch und den pastoralen Raum Biedenkopf noch bis Sommer 2014. Wie es dann weitergeht, ist bislang unklar. "Wir haben die Hoffnung, dass dieses Angebot auch weiterhin bestehen bleibt", erläutert Doris Klapperich.


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