Bürgerinitiative wehrt sich gegen Baugebiet

HAUMBACH Anlieger aus Weidenhausen weisen auf Fehler und Versäumnisse bei der Planung hin

Sie kämpfen gegen das geplante Baugebiet im Nordosten von Weidenhausen: Die Anlieger befürchten zusätzliche Verkehrsbelastungen. (Foto: Piplies)

Bei einem Ortstermin stellte die Initiative ihre Bedenken gegen das Neubaugebiet unterhalb des Friedhofs vor. 32 Mitglieder sowie einige Kinder versammelten sich dazu am Haumbach.

Das geplante Baugebiet werde für eine zusätzliche Verkehrsbelastung für alle Anwohner im gesamten Ostteil sorgen, erläuterte Werner Rotter von der BI. Als Anfang der 2000er Jahre das große Baugebiet "Cromerg" mit 60 Bauplätzen ausgewiesen wurde, hätten es die damaligen verantwortlichen Stadtpolitiker sowie die Verwaltung in Gladenbach versäumt, das Gebiet "vernünftig an das außerörtliche Straßennetz anzubinden", so Rotter weiter.

Die Belastungsgrenze für die Anwohner sei mittlerweile erreicht - zumal auch der Sportplatz, der Friedhof sowie die Freizeit- und Bildungsstätte durch dieses Gebiet zu erreichen sind. Die nun geplante Ausweisung von weiteren 15 Bauplätzen würde das Verkehrsaufkommen noch weiter steigern, sagte Rotter. Die Mitglieder der BI befürchten zudem, dass der zu erwartenden Baustellenverkehr das vorhandene Straßennetz ruiniere und die notwendige Sanierung dann von den Anliegern bezahlt werden müsste.

Bei dem geplanten Baugebiet handele es sich um eine extensiv genutzte landwirtschaftliche Fläche. Das heißt, dass die hier vorhandenen Wiesen lediglich von ein bis zwei Pferden abgegrast werden, erläuterten Rotter und sein Mitstreiter aus der BI, Stefan Wolf. Das Planungsbüro ist hingegen von einer intensiv - also sehr stark genutzten - landwirtschaftlichen Fläche ausgegangen. Dieser Fehler habe nun dazu geführt, dass eine zuständige Behörde ein Gutachten über das vorhandene Artenaufkommen gefordert habe. Die zusätzlichen Kosten sind daher nicht der BI anzulasten, sondern den Versäumnissen der Planer, betonten Rotter und Wolf.

Ferner könne der Initiative auch nicht angelastet werden, dass Bauwillige in Weidenhausen auf einen späteren Zeitpunkt vertröstet werden. Im Gegensatz zu den anderen Beteiligten hätte sich die BI als einzige die Mühe gemacht, wirklich alle freien Bauplätze in der gesamten Ortslage zu suchen, betonte Rotter. Mit dem Ergebnis: In Weidenhausen seien über 20 freie Bauplätze vorhanden.

Baugebiet am Nordring wäre ohne zusätzliche Verkehrsbelastung für die Anlieger machbar, sagt die Initiative

Außerdem könnte das bereits fertig geplante Baugebiet "Weidenborn" wieder von den Politikern auf die Tagesordnung gehoben und umgesetzt werden. Dieses Baugebiet am Nordring könne ohne zusätzliche Verkehrsbelastung für Anwohner an die Landesstraße angebunden werden, so die BI-Vertreter. Außerdem wiesen die Anlieger erneut auf einen fehlenden Spielplatz im Nordosten Weidenhausens hin. Die Antwort aus der Verwaltung "Früher haben wir auch im Wald gespielt" wollen die BI-Vertreter im Jahr 2017 nicht gelten lassen. Sollten zudem die Einwände der BI einfach übergangen werden, könnten die Kinder dann auch nicht mehr auf den aktuell noch wenigen ruhigen Sackgassen spielen.


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