Cappeler Camp wird geräumt

ASYL Spies: "Entscheidung nicht nachvollziehbar"

Der Oberbürgermeister war am Freitagmittag vor Ort im Camp in Cappel, um persönlich mit rund 60 Flüchtlingen zu sprechen. Diese haben sich aufgrund der bevorstehenden Räumung und Schließung in den Hungerstreik begeben, teilt die Stadt Marburg mit. "Diese Menschen verstehen nicht, warum sie so plötzlich das Camp verlassen sollen. Das sind Menschen, die Schreckliches hinter sich haben. Sie würden sehr gerne hierbleiben", erklärte Spies laut Pressemitteilung. Die Fassungslosigkeit unter den verbliebenen 160 Frauen, Männern und Familien im Cappeler Camp sei angesichts der so kurzfristigen Räumung groß.

Die Ehrenamtlichen in der Universitätsstadt würden weiterhin helfen wollen. "Ich kann deshalb die Entscheidung des Landes nicht nachvollziehen und habe kein Verständnis dafür, ein Camp in Marburg zu schließen, das mit dem Engagement der ganzen Stadt, mit unabhängigen Ombudsleuten und mit einem städtischen Zentrum für Flüchtlinge die besten Voraussetzungen bietet", so der Oberbürgermeister.

Bereits im Vorfeld hatte Spies gebeten, die Entscheidung, das Camp zu schließen, zurückzunehmen. (crö)


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