Das hat Jan Gorr nicht verdient

Rauswurf in Gummersbach
Von Alexander Fischer
Von Alexander Fischer

Dass der VfL Gummersbach den 34-Jährigen über ein halbes Jahr, nachdem er bei den Oberbergischen einen rechtsgültigen Vertrag ab 1. Juli unterzeichnet hat, vier Wochen vor seinem Amtsantritt abserviert, hat Jan Gorr nicht verdient.

Mit dieser Demission haben VfL-Geschäftsführer Axel Geerken und seine Mitstreiter dem Erfolgscoach ein zweites Mal übel mitgespielt. Erst verhandelten sie mit ihm hinter dem Rücken der Hüttenberger Verantwortlichen und ließen Gorr unterschreiben, noch ehe das Hüttenberger Gastspiel beim VfL Gummersbach über die Bühne war. Was TVH-Manager Lothar Weber damals zu Recht anprangerte. Nun setzen sie Gorr vor die Tür, ohne dass dieser die Chance hatte zu zeigen, was in ihm steckt. Auch dies schadet dem ansonsten tadellosen Ruf des Hüttenberger Übungsleiters.

Es ist an der Zeit, dass die Handball-Bundesliga den Machern des Altmeisters genauer auf die Finger schaut. Die Lizenz zum wiederholten Male nur unter Auflagen zu erhalten, sich aber fortwährend den Luxus zu erlauben, gleich zwei Trainer zu bezahlen, darf HBL-Chef Frank Bohmann nicht länger dulden.

Zum schmutzigen Geschäft der Saubermänner aus dem Bergischen Land passt auch, dass einige der VfL-Bosse hinter den Kulissen kolportieren, Jan Gorr würde weich fallen, denn er stehe vor einem Engagement bei der HSG Wetzlar. Was wiederum zum Wirrwarr rund um die 24 Stunden vor dem Gorr-Rauswurf eilends verkündeten Vertrags-Einhaltung mit Kai Wandschneider passen würde. Schließlich hatten Vertreter der Grün-Weißen schon mit Velimir Petkovic (Frisch Auf Göppingen) und auch mit Emir Kurtagic, der nun in Gummersbach bleiben darf, verhandelt, als Wandschneider noch um den Klassenerhalt kämpfte, es also offen war, ob er (in Liga eins) bleiben darf oder (in Liga zwei) gehen muss.

Die elfwöchige Sommerpause verspricht Spannung. Leitet Kai Wandschneider das erste Training bei der HSG Wetzlar? Muss Gorrs Nachfolger Heiko Karrer nun doch seinem Vorgänger wieder Platz machen? Was Verträge wert sind, haben Gennadij Chalepo in der Domstadt und Jan Gorr im Oberbergischen zuletzt leidvoll erfahren müssen. Abgesehen von einer Abfindung: Nichts!


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