"Das muss erst noch sacken"

WAHLSIEG Kirsten Fründt ist zurück im Büro - bevor sich alles ändert
Anhang : red.web_ab6f71825a61b7e58bd01bd3bcc8fb7e
Anhang : red.web_0617e3cf435b77926a3793cef1c0e099
Bild 1 von 2

Nach gut drei Monaten erfolgreichem Wahlkampf als SPD-Kandidatin für das höchste Amt im Kreis ist sie nun erstmal wieder zurück im Büro. Mit Blick ins Grüne, auf den Rasen unter ihr, die Aschenbahn, die Schüler, die dort gerade Sport haben. In gut vier Monaten tauscht sie es gegen das Chefbüro im obersten Stock des Kreishauses ein. "Die Aussicht dort ist auch super", scherzt sie. Am Dienstagnachmittag hat Kirsten Fründt den amtierenden Landrat Robert Fischbach in seinem Büro besucht, "und ein erstes ganz allgemeines Gespräch über die Übergabe geführt", berichtet Fründt. Die wird beizeiten ganz gemeinschaftlich vonstatten gehen, sagt sie. Das sei klar, da gebe es keinen Dissens. Es gehe um eine gute organisatorische Übergabe der Verwaltung für einen möglichst reibungslosen Übergang im Interesse des ganzen Landkreises. "Da steht die Politik erstmal hinten an."

Ihre Vorstellungsrunde bei den Mitarbeitern der Kreisverwaltung, die sie - wie im Wahlkampf und in der Wahlnacht angekündigt - jetzt schon antreten wollte, muss bis zum Amtsantritt warten. Darum habe Fischbach gebeten, "das kann ich auch akzeptieren", sagt Fründt.

Sie hat auch mit ihren eigenen Mitarbeitern im Sportamt viel zu reden zurzeit. Auch darüber, wie es dort weitergeht. Bis 31. Januar 2014 wird sie deren Chefin bleiben, "so ist der heutige Stand", sagt Kirsten Fründt. Am Tag danach ist sie Landrätin. Sie ist froh, dass der Wechsel ins Kreishaus noch einige Monate hin ist. Um sich vorzubereiten, inhaltlich und auch mental - wie sie sagt. Denn die neue Aufgabe ist groß. "Ich weiß natürlich, dass die Leitung einer so großen Verwaltung und die Verantwortung für all die Menschen im Landkreis eine andere Hausnummer sind als die Fachdienstleistung hier", sagt Kirsten Fründt. Davor hat sie Respekt. Bange ist ihr aber nicht: "Ich bin sicher, dass ich das schaffe."

Und die veränderten Arbeitszeiten, die vielen Termine auswärts, an Abenden und Wochenenden? "Unregelmäßige Arbeitszeiten und Wochenendtermine gibt es auch hier im Sport", sagt Kirsten Fründt, "das bin ich gewohnt, und meine Familie auch."  Klar, die Belastung werde mehr, das sei schon eine Herausforderung, "aber darauf freue ich mich".

n Ein Wagen mit Chauffeur für die passionierte Radlerin - danach fragen jetzt alle

Und der Dienstwagen mit Chauffeur? Für sie als passionierte Fahrradfahrerin? "Das fragen alle", sagt Fründt und lacht. Und ja, das werde wohl tatsächlich eine große Umstellung. Bislang habe sie ihr Leben gut ohne eigenes Auto organisieren können. "Wir sind eine überzeugte Carsharing-Familie." Im Wahlkampf habe sie ein kleines Auto zu Verfügung gehabt, das hätten auch die Töchter toll gefunden. Wie sich die Zukunft in Sachen Mobilität entwickle, "keine Ahnung, das werden wir dann sehen". 

Wichtiger ist jetzt, die vergangenen drei Monate zu verdauen. Der Wahlkampf war intensiv, die Tage voll, immer von morgens früh bis spät in die Nacht, die Spannung allgegenwärtig. "Das schüttelt man nicht  einfach so ab von Sonntag bis jetzt, da müssen wir alle wieder umschalten", beschreibt sie die Stimmung unter den Genossen, nachdem die drei Wahlen gelaufen sind. 

Und privat ist ihr kometenhafter Aufstieg in der Kreispolitik nicht die einzige einschneidende Neuerung in der Familie: Eine der beiden Töchter fängt im Wintersemester an zu studieren und ist just diese Woche aus- und in eine andere Stadt umgezogen.  "Die ganze familiäre Situation verändert sich auf einen Schlag", sagt Kirsten Fründt, "das ist ganz schön aufwühlend". 

Sie hofft auf ein paar Urlaubstage im Herbst, um auszuspannen und Kraft zu tanken für die neue Aufgabe und den nächsten Lebensabschnitt. Trotzdem: "Nicht alles ändert sich", sagt Kirsten Fründt und lacht wieder. "Ich denke, meine zwei Tassen Cappuccino am Morgen kann ich mir auch weiterhin gönnen."


Mit ePaper wird die Zeitung digital: Testen Sie jetzt das ePaper Ihrer Heimatzeitung zwei Wochen kostenlos!
Link zum Thema
Copyright © mittelhessen.de 2013
Kommentare (0)
Mehr aus red.web unzugeordnet