Den Abbruch der Lehre verhindern

QUABB Angebot von "Arbeit und Bildung"

Das Land Hessen hat daher mit der "Qualifizierten Ausbildungsbegleitung in Betrieb und Berufsschule (QuABB) ein Angebot geschaffen, das Auszubildende und Unternehmen unterstützen soll. Seit 2009 wurden über 6000 Lehrlinge, deren Ausbildung vom Abbruch bedroht war, beraten, unterstützt und begleitet. Daher hat die Landesregierung entschieden, QuABB fortzuführen und das Unterstützungssystem auf ganz Hessen auszuweiten. Alleinig verantwortlich für den Landkreis Marburg-Biedenkopf ist seit Januar 2016 der Verein "Arbeit und Bildung".

"Man kann davon ausgehen, dass zehn Prozent aller Ausbildungsverträge vorzeitig gelöst werden", weiß Viktor Szymczak von "Arbeit und Bildung". Das sei ein Verlust für beide Seiten. Die Lehrlinge stünden vor einer unklaren beruflichen Perspektive. Und die Ausbildungsbetriebe hätten Zeit und Geld vergebens investiert.

Konflikte entschärfen

Was aber sind die typischen Situationen, in denen Jugendliche das Handtuch werfen? Schwierigkeiten am Ausbildungsplatz, in der Berufsschule oder im persönlichen Umfeld können eine Rolle spielen. "Die Motivation für den künftigen Beruf ist vielleicht zu gering, die Angst vor Prüfungen zu groß, der Beruf möglicherweise falsch gewählt", nennt Szymczak weitere Gründe. In all diesen Fällen sei es aber möglich, gemeinsam mit den Azubis, den Betrieben und Berufsschulen nach Gründen zu suchen und Konflikte zu entschärfen.

Im Landkreis Marburg-Biedenkopf übernehmen die Ausbildungsbegleiterinnen Bettina Niklaus und Anja Volz diese Aufgabe. Sie beraten Auszubildende, Betriebe, Lehrer und auch Eltern. Die Beratungen sind grundsätzlich vertraulich und kostenlos. "Ein Ausbildungsabbruch ist kein plötzliches Ereignis, sondern erste Zeichen sind oft lange vorher schon bemerkbar", erläutert Bettina Niklaus.

Frühzeitig über Probleme sprechen

Damit nicht erst über Schwierigkeiten gesprochen wird, wenn Konflikte bereits zugespitzt sind oder sogar schon eine Kündigung im Raume steht, müsse frühzeitig Kontakt zu den Auszubildenden aufgebaut werden. "Zu Beginn des Berufsschuljahres erfolgt deshalb unter anderem ein Gang durch die Klassen, um das Beratungs- und Unterstützungsangebot von QuABB vorzustellen", erklärt die Ausbildungsbegleiterin fort. Auch würden Klassenbesuche angeboten, in denen hilfreiche Umgangsweisen mit Konflikten aufgezeigt werden.

QuABB wird gefördert aus Mitteln des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung (HMWEVL), der Europäischen Union - Europäischer Sozialfonds (ESF) sowie der Beruflichen Schulen Biedenkopf, Kaufmännischen Schulen Marburg, Adolf-Reichwein-Schule, Käthe-Kollwitz-Schule. Hessenweit koordiniert wird das Programm durch INBAS GmbH, Institut für berufliche Bildung, Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik. (red)


Mit ePaper wird die Zeitung digital: Testen Sie jetzt das ePaper Ihrer Heimatzeitung zwei Wochen kostenlos!
Link zum Thema
Copyright © mittelhessen.de 2016
Kommentare (0)
Mehr aus red.web unzugeordnet