Den Naturpark "Hauberg" erkunden

AUFTAKT Reihe der neuen Erlebnisführungen soll 2013 fortgesetzt werden

Viel zu sehen und zu hören hatten die Gäste der vierstündigen Haubergswanderung mit Regina Weber in Oberroßbach. (Foto: privat)

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Los ging es am Backhaus. Und die Gruppe warf auch einen Blick hinein: Eine Schanze aus Birkenreisig zum Anheizen des Backofens schaffte die Überleitung zum Thema der Führung: dem Hauberg.

n Vesper am "Lohkopf"

Vorbei am Naturdenkmal "Dicke Eiche" ging es zur "Bellershell". Der Hauberg ist eine Form der Niederwaldbewirtschaftung aus Birken und Eichen. Die Bewirtschaftung folge, so Regina Weber, dem Nachhaltigkeitprinzip: Es wird jedes Jahr nur so viel abgeholzt wie in 25 Jahren wieder nachwachsen kann.

Aus den Wurzelstöcken der gefällten Bäume entwickeln sich so genannte "Schößlinge" und der Wald forstet sich ohne menschliches Zutun von alleine wieder auf.

Durch diese Bewirtschaftungsform des Waldes ist die Versorgung der Dorfbevölkerung mit kostenlosem Brennholz für die nächsten Generationen sichergestellt.

In Zeiten ständig steigender Energiekosten können die Besitzer von Haubergsanteilen ihren Energiebedarf minimieren. Einnahmen der Haubergsgenossenschaft werden durch die Jagdpacht und Holzverkauf erzielt. Am Jahresende wird eine Dividende pro Anteil durch den Haubergsrechner ausbezahlt. Die Haubergsgenossenschaft Oberroßbach verfügt über 398 Hektar Waldfläche,aufgeteilt in 450 Anteile. Zirka 140 Anteilseigner sind im Grundbuch erfasst. Jeweils Mitte Oktober wird die in einer Haubergsversammlung bestimmte Fläche vermessen und an die Anteilseignerentsprechend ihrer Anteile verlost, erklärt Weber ihren Zuhörern.

Danach ging die Gruppe weiter zum "Viehstand", wo heute noch alte Hutebuchen an die Viehhirten des Dorfes erinnern. Eine schöne Kuhschelle konnte bestaunt werden. Steil hinauf geht es zum höchsten Punkt der Führung dem "Lohkopf". Eine Rundumsicht bis auf den Westerwald bot sich den Besuchern. Da kam die Haubergsvesper gerade recht. Hinab ging es durch den aktuellen Hauberg "Schönbach".

Zum Abschluss der Führung ging es zu einem alten Kohlenmeilerplatz. In so genannten Rennöfen wurde Eisenerz geschmolzen, erklärt Weber. Für einen Wagen Eisenerz wurden sieben Wagen Holzkohle benötigt. Aus diesem Grunde wurde das Eisenerz früher zum Schmelzen in die Hauberge gebracht. Nach fast vier Stunden führte der Weg am Jagdhaus vorbei zurück zum Backhaus.

n Der Naturpark Lahn-Dill-Bergland hat 24 Naturparkführer ausgebildet. Für 2013 sind Führungen wie "Fingerhut im Hauberg", "Lohe schälen, Schanzen binden" geplant. Mehr dazu unter www.lahn-dill-bergland.de


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