Denkmäler 
auf Postkarten

Ausstellung  Weyerer Kirche zeigt Luther

Eine Ausstellung in der Weyerer Kirche zeigt rund um den Reformationstag historische Postkarten, auf denen Luther- und andere Reformationsdenkmäler abgebildet sind.

Ende des 19. Jahrhunderts errichtet

In einem Studienurlaub vor vier Jahren hat sich Gemeindepfarrer Ulrich Finger mit reformationsgeschichtlichen Themen auseinandergesetzt und dabei mehrere Ausstellungen konzipiert.

Eine dieser Ausstellungen beschäftigt sich mit Luther- und Reformationsdenkmälern, von denen es über das deutsche Sprachgebiet hinaus eine große Zahl gibt.

Die meisten Denkmäler wurden Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts aufgestellt, viele sind in den beiden Weltkriegen zerstört worden.

In der Ausstellung, die in der Kirche Weyer zu sehen ist, dokumentiert Pfarrer Finger noch bestehende wie auch bereits verlorene Denkmäler durch historische Postkarten.

Die meisten stammen aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg.

Furchtloser Reformator

So lässt sich bei den Denkmälern neben der Würdigung des Reformators auch der Geist des Wilhelminismus belegen, der für die Lutherverehrung im Kaiserreich grundlegend war.

Der Wilhelminismus, der sich in den preußischen Tugenden Tapferkeit und Gehorsam und einem heute kaum noch nachvollziehbaren Untertanengeist zeigte, stellte den „mutigen Luther des Thesenanschlags“ und den „furchtlosen Luther auf dem Reichstag zu Worms“ beispielhaft dar für ein „deutsches Wesen, an dem die Welt genesen“ sollte, wie Pfarrer Finger in seiner Eröffnungsrede herausarbeitete.

Auch nach der Katastrophe des deutschen Kulturprotestantismus im verlorenen Ersten Weltkrieg wurde der „deutsche Luther“ noch Generationen als Vorbild dargestellt. (uf)


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