Der Blick ist das Ziel

Bikergottesdienst  Geologe spricht auch über Naturkatastrophen

98 Biker besuchten den Motorradfahrergottesdienst in Günterod. (Foto: H. Peter)

Den Blick richteten 96 Motorradfahrer bei ihrer Anreise auf das Gemeindezentrum der Freien evangelischen Gemeinde Günterod. Vor dem Gottesdienst wurden Nussecken und Kaffee gereicht, bevor die Band der Freien evangelischen Gemeinde Hohenahr-Altenkirchen die Gottesdienstbesucher auf die Veranstaltung einstimmte.

Marlies und Hagen Thielmann begrüßten die Gäste, die im Gottesdienstraum eine „Dicke Berta“, eine Harley Davidson FLHC „Road King“, Baujahr 2009 mit 61 000 Kilometern und das mit das mit Reifen gepolsterte Redepult erwartete. „Was passiert, wenn sich unvorhergesehen ein Hindernis in den Weg stellt“, stellte Hagen Thielmann die Frage und hielt einen Betonstein in der Hand. Dann gelte es, das Erlernte aus dem Sicherheitstraining umzusetzen und nach dem Grundsatz zu reagieren: „Dein Blick ist das Ziel“. Denn man fahre dort hin, wo man hinschaue.

Den Wissenschaftler Dr. Martin Ernst aus Kirchzarten im Breisgau hatte Thielmann bei einer Freizeit in der Provence kennengelernt, natürlich reiste der Referent mit dem Motorrad an.

Dr. Ernst legte seiner Predigt die „Speisung der Fünftausend“ aus dem Matthäusevangelium zugrunde. Es seien die Menschen gewesen, die Jesus am See Genezareth gesucht hätten und sich durch ihren Blick auf ihn von nichts abhalten ließen. Jesus habe nicht nur ihren Hunger nach Gott, sondern auch ihren körperlichen Hunger gestillt. „Die Jünger sehen und lernen die Mathematik des biblischen Glaubens: „Ich gebe Jesus das, was er von mir möchte und er versorgt uns alle im Überfluss“, so der Theologe.

In dem biblischen Text werde beschrieben, wie das Boot mit den Jüngern in den Sturm gerät und wie Jesus auf dem Wasser ging. „Jesus sollte in unserem Lebensboot der Steuermann sein“, so Dr. Ernst. „Wer ständig auf Jesus sieht, verfehlt nicht das Ziel des Lebens“, gab er den Gottesdienstbesuchern mit auf den Weg.

Gottesdienst und wissenschaftlicher Vortrag beim Gastspiel des Theologen aus Kirchzarten

Nach dem Gottesdienst starteten die Biker in fünf Gruppen, angeführt von Tourguides, auf unterschiedlichen Routen mit dem Ziel Allendorf an der Lumda. Am Nachmittag war das Gemeindezentrum wiederum die Anlaufstelle zum gemütlichen Kaffee trinken und dem Ausklang der Veranstaltung.

Der Erlös der Veranstaltung soll, wie schon in der Vergangenheit, über die Ost-Europa-Hilfe dem sich im Neubau befindlichen rumänischen Kinderheim „Uricani“ zugutekommen.

Bereits am Vorabend hatte Dr. Martin Ernst über „Naturkatastrophen“ – was kommt auf uns zu?“ referiert. Naturkatastrophen seien zunehmend, führte er aus und stützte sich auf Zahlen der Münchener Rückversicherung. Er ging auf das Seebeben 2004 in Sumatra sowie auf Fukushima 2011 ein, wozu er Filmmaterial zeigte.

Kurze heftige Katastrophen hätten oft dauerhafte Folgen, so auch gerade bei Tsunamis mit dem Zurückbleiben versalzter Böden.

Erkenntnisse daraus seien auch ein besserer Schlüssel zu der geologischen Vergangenheit. Im Alten Testament werde die Sintflut beschrieben. Katastrophen seien nicht immer ein Zeichen Gottes.

„Erdbeben erwecken die Menschen äußerlich und innerlich und erschüttern, so Dr. Ernst. Der Wissenschaftler ist Geschäftsführer eines Forschungsinstitutes für Geowissenschaften und Glauben.


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