Der Kunstverein will helfen

ALTES RATHAUS Bert-Hubl-Freunde wollen außerschulischen Lernort etablieren

Diesen Vorschlag hat Vorsitzender Detlef Ruffert den Mitglieder am Wochenende in der Jahreshauptversammlung der Kunstförderer unterbreitet. Dabei soll es sich zunächst um eine Minimalsanierung handeln, erklärte Ruffert. Er habe sich das Gebäude zusammen mit einem Architekten angeschaut, und der sei zu der Einschätzung gekommen, dass sich mit 70 000 bis 80 000 Euro die dringlichsten Probleme - Heizung und Wasser - beheben lassen.

Dieser Betrag liege weitab von den Kosten in Höhe von über 300 000 Euro, über die zuletzt im Rahmen der Dorferneuerung diskutiert wurde. "Das wäre eine Luxussanierung gewesen", so Ruffert. Mit der Abteilung Dorferneuerung hat er seine Idee bereits besprochen, und die habe grundsätzlich grünes Licht dafür gegeben.

In der Versammlung regten sich jedoch Zweifel, die Sanierung im Zuge des Programms durchzuführen. In diesem Falle würden die Fördermittel nämlich nur fließen, wenn die Sanierung entsprechend dem bereits aufgestellten Plan erfolgt - und genau das sei ja nicht vorgesehen.

Neue Wege für die Gewinnung von Zuschüssen gehen

Eine mögliche Lösung könnte sein, dass, wenn der Verein das Gebäude tatsächlich übernimmt, er einen komplett neuen Förderantrag stellt, da es sich ja dann bei der Sanierung nicht mehr um ein kommunales, sondern ein halb privates Projekt handelt. Als weitere Alternative brachte Ruffert den Regionalverband Lahn-Dill-Bergland ins Gespräch. Der suche für seine Bewerbung um neue Fördergelder der EU nach unterstützungsfähigen Projekten. Ein solches könnte das alte Rathaus durchaus sein, schätzt Ruffert. Denn ihm schwebt vor, daraus langfristig eine Art außerschulischen Lernort für bildende Kunst zu machen - ähnlich wie es das Schulbiologiezentrum in Biedenkopf für den Bereich Natur und Umwelt ist. In diesem Falle hätte das Haus sogar überregionale Bedeutung, glaubt der Vorsitzende der Kunstförderer. Wichtig sei auf jeden Fall, dass "wir aufhören, uns im Kreis zu drehen und endlich einen Schritt nach vorne gehen. Schließlich sind wir dem Erbe Bert-Hubls verpflichtet", stellte Ruffert fest.

Die anwesenden Mitglieder begrüßten seine Initiative und unterstützten seinen Vorschlag, der nun der Gemeinde unterbreitet werden soll. Gerüchten zufolge gibt es nämlich noch weitere Interessenten, die das Gebäude für einen symbolischen Betrag übernehmen würden, erklärte einer der Anwesenden.

Verein kritisiert die passive Haltung des Angelburger Bürgermeisters

"Aber ich hoffe, dass wir, wo wir den Vorschlag nun als erste gemacht haben, auch entsprechend behandelt werden", sagte Ruffert und zeigte sich unzufrieden mit der passiven Haltung des Bürgermeisters. Von dem habe er sich zum Beispiel mehr Unterstützung erhofft - zumal es hier ja auch um den Erhalt eines prägenden Gebäudes für das Ortsbild Lixfelds gehe.

Ruffert machte weiter klar, dass der Kunstförderverein auch auf die Unterstützung der anderen Verein hofft. Konkret nannte er den Trachten- und Heimatverein, der das Obergeschoss des alten Rathauses als Dorfmuseum nutzt. Natürlich solle auch der mit in die Überlegungen eingebunden werden. In einem ersten Gespräch habe sich dessen Vorsitzender Udo Weber bereits positiv zu der Idee geäußert, berichtete Ruffert. "Er fand die Idee gut und würde auch mithelfen, wenn was gemacht werden muss", ergänzte Ruffert.

Gleichzeitig machte er aber auch klar, dass das alte Rathaus kein Haus der Vereine werden soll. Im Mittelpunkt stehe die Galerie und erst dann komme die Vereinsnutzung. Sofern die Gemeinde mit einer Übernahme des Hauses durch den Verein einverstanden ist, soll als nächster Schritt eine konkrete Finanzplanung mit den Kosten für eine Minimalsanierung erstellt werden. Aufgrund derer wird anschließend überlegt, wie der Verein diese Kosten schultern kann und welche Zuschüsse möglich sind.


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