Der Schwarzstorch ist doch da

ERNEUERBARE ENERGIEN Förster findet Nest am Buhlenberg / Konsequenz unklar

So könnte der Windpark Am Buhlenberg aussehen. (Quelle: Windwärts Energie GmbH)

"Im Oktober 2014 hat der Revierförster den Fund an die Obere Naturschutzbehörde gemeldet", erklärt RP-Sprecherin Gabriele Fischer. Der Planer des Parks, die Firma Windwärts aus Hannover, sei daraufhin damit beauftragt worden, dem RP ein weiteres Gutachten vorzulegen.

Erneuerbare Energien sind auch Thema im Parlament am 9. Februar

"Das ist im Dezember 2014 geschehen. Eine abschließende Prüfung des Sachverhalts liegt aber noch nicht vor", sagt Fischer. Daher könne sie auch derzeit nicht sagen, ob und welche Auswirkungen der Fund auf die Planung und das laufende Genehmigungsverfahren des Windparks habe.

Und auch Windwärts möchte zu dem Sachverhalt nichts genaues sagen. "Wie Ihnen bereits vom Regierungspräsidium bestätigt wurde, hat es aktuell einen Schwarzstorchfund gegeben. Aus diesem Anlass stehen wir in engem Austausch mit den Genehmigungsbehörden und den Projektbeteiligten", teilt Pressesprecherin Silvia Augustin auf Nachfrage des TAGEBLATTs mit. Nun müsse geprüft werden, wie im Rahmen des Genehmigungsverfahrens weiter vorzugehen sei. Weitere Informationen seien derzeit nicht bekannt. Das Gerücht, dass zwei der insgesamt acht geplanten Windräder wegfallen sollen, wollte Augustin nicht bestätigen. "Wie gesagt, prüfen wir derzeit (...) die Genehmigungsfähigkeit der Anlagen, sodass ich zu der Anzahl keine Angaben machen kann."

Nicht zum ersten Mal gerät die Genehmigung des Windparks Buhlenberg ins Stocken. Seit 2011 existieren die Pläne. Das Parlament entschied sich 2011 für die Errichtung eines Windparks am Buhlenberg, 2012 vergab der Gemeindevorstand den Auftrag an die Firma Windwärts. Das Genehmigungsverfahren läuft seit Mitte 2013. Damals rechnete Windwärts nach eigenen Aussagen noch mit einem Baubeginn in der zweiten Jahreshälfte 2014, noch im gleichen Jahr sollten die Anlagen ans Netz gehen.

Das Thema Erneuerbare Energien steht auch bei der nächsten Sitzung der Gemeindevertreter am Montag, 9. Februar, wieder auf der Tagesordnung. Die Parlamentarier sollen eine "Entscheidung über die zukünftige Ausrichtung hinsichtlich der Windenergie" treffen, heißt es in der Vorlage der Verwaltung. Darin wird noch einmal betont, dass die Gemeinde nur einen geringen Einfluss auf die Ansiedlung von Windrädern rund um Weilmünster hat: "Die Zulässigkeit des Vorhabens wird auf Regierungspräsidiumsebene im Genehmigungsverfahren nach Bundesimmissionsschutzgesetz entschieden. Ein gemeindliches Bauleitplanverfahren kann einem solchen Vorhaben nicht entgegenstehen." Selbst wenn Weilmünster sich aus den Projekten zurückziehe, entstünden rund um die Gemeinde Windräder. So plane Hessenforst im Hartmannsholz vier Anlagen, Grävenwiesbach an der Gemeindegrenze sechs Windräder. Am Buhlenberg hat sich die Gemeinde Waldsolms für Windräder ausgesprochen.

Mit dem Rückzug verzichte der Marktflecken aber auf wichtige Erträge. So rechnet die Verwaltung mit zehn bis 12,5 Millionen Euro Pachteinnahmen aus den Windparks Buhlenberg, Stollberg (zwischen Aulenhausen und Blessenbach) und dem Hartmannsholz (bei Laubuseschbach) in den nächsten 20 bis 25 Jahren.

Die Gemeindevertreter tagen am Montag, 9. Februar, ab 19 Uhr im Saal des Bürgerhauses. Die Sitzung ist öffentlich.


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