Der Wald ist kein Wohnzimmer

FORST Uwe Pioch informiert
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Berichtete vom ersten "planmäßigen und normalen" Jahr nach dem Orkan "Kyrill" von 2007: Forstamtsmann Uwe Pioch. (Foto: Röder)

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Allerdings sei es das erste gewöhnliche Jahr nach dem verhängnisvollen Orkan "Kyrill", der 2007 den gemeindeeigenen Wald weitgehend zerstörte. Noch immer sei man mit der Beseitigung und den Nachwirkungen der Schäden von vor fünf Jahren beschäftigt. "Viele der Bestände sind stark angerissen. Da braucht es jetzt keinen Orkan oder Sturm, es reichen starke Böen, damit da etwas bricht", sagte Pioch.

Dieses Jahr habe man weitestgehend mit Aufforstung verbracht. "Zusätzlich haben wir versucht, den Windwurf in den Griff zu bekommen", erklärte der Experte. Kurz nach "Kyrill", im Jahre 2008, habe man den Wald mit 64 000 Bäumen wieder aufgeforstet. Dieses Jahr habe man zusätzlich 28 450 Bäume gepflanzt; für 2013 steht das Aufstellen von 24 000 jungen Bäumen an. "Das ist immer noch eine große Zahl, doch die Kulturen im Wald müssen sich wieder entwickeln." Eine Herausforderung sei die so genante "Begleitflora" - Gräser, Farne und Sträucher, die die frisch gepflanzten Fichten überwuchern und ihnen das benötigte Sonnenlicht wegnehmen. "Diese muss man dann frei schneiden, sonst bekommt man keinen ordentlichen Wald", sagte der Forstbeamte.

n Die Holzpreise in Breitscheid liegen unter dem Niveau anderer Kommunen

Generell sei das mit der "Ordnung" im Wald so eine Sache. "Der Wald ist nun mal kein Wohnzimmer", so Pioch: "Eine gewisse Anzahl Totholz muss schon liegen bleiben. Da sind wir sogar gesetzlich zu verpflichtet, immerhin bietet Totholz einen Lebensraum für eine Vielzahl an Insekten. Viele Arten sind darauf angewiesen."

Die Holzpreise in Breitscheid liegen zudem weit unter dem Niveau anderer Kommunen. Bis zu 15 Euro Unterschied ist zwischen der Gemeinde Breitscheid und anderen umliegenden Gemeinden festzustellen. Deshalb ziehen die Preise in den kommenden Jahren ein wenig an. Gespaltenes Brennholz (Buche oder Eiche), an den Weg gerückt, kostet derzeit 50 Euro. Zum 1. Oktober 2013 steigt der Preis um drei Euro auf 53 Euro. Der Preis für Buche-Stammholz steigt zum gleichen Stichtag von 45 auf 47 Euro. Kronen- und Astholz von Buche und Esche liegt derzeit bei 38 Euro; 2013 muss man 40 Euro löhnen. Doch damit liegen die Breitscheider Preise noch immer unter dem Durchschnitt.


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