Der Weg zum Bett im Heck

Heimwerken Wie sich Camper ein eigenes Wohnmobil bauen können

Wer sich ein Wohnmobil bauen will, sollte ein möglichst großes Modell suchen, etwa einen Transporter oder Kleinbus. „Der Wohnteil muss dazu geeignet sein, einer oder mehreren Personen ein Wohnaufenthalt zu ermöglichen“, sagt Thorsten Rechtien vom Tüv Rheinland. Zur Mindestausstattung zählen Tisch mit Sitzgelegenheiten, Schlafplätze, Koch- beziehungsweise Kücheneinrichtung, Schränke oder Stauraum. Wichtig: Die Vorschriften der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) müssen eingehalten werden. Um Verletzungen vorzubeugen, muss der Einbau Schranksicherungen, rutschfesten Bodenbelag, eine Verständigungsmöglichkeit zum Fahrer sowie eine ausreichende Belüftung und Beheizung aufweisen.

Oftmals begleiten Sachverständige wie Tüv-Prüfer den Umbau oder sie stehen mit Rat und Tat zur Seite

Da ein Wohnmobil vorrangig der Personenbeförderung dient, muss es auch die Anforderungen an einen Pkw erfüllen. Problematisch könne es werden, wenn Interessierte ein Fahrzeug kaufen, das per Typgenehmigung als Lkw angemeldet ist. „Pkw und Lkw haben bei der Typprüfung unterschiedliche Anforderungen. Nicht jeder Lkw lässt sich zu einem Pkw umschreiben“, sagt Rechtien. So können unter anderem Abgas- oder Geräuschvorschriften unterschiedlich sein.

Wohnmobile mit einer zulässigen Gesamtmasse von mehr als 2,8 Tonnen werden vom Abgas her als Lkw eingestuft und besteuert. Die Besteuerung wird aufgrund des Gewichts und der Schadstoffklasse vorgenommen.

„Wer sich für einen Gebrauchtwagen interessiert, sollte sich nach einem soliden Zustand umschauen, damit sich der Umbau überhaupt lohnt“, rät Marcel Mühlich vom Auto Club Europa (ACE). Eine Einschränkung bei Alter oder Leistung gebe es zwar nicht, dafür jedoch beim zulässigen Gesamtgewicht. „Für den Ausbau selbst können die Besitzer mit mindestens 600 bis 700 Kilogramm zusätzlich rechnen“.

Da das Gewicht der Insassen, der Tankinhalt und zusätzliches Gepäck noch hinzukommt, rät er zu einer Nutzlast ab 1000 Kilogramm. Vor dem Kauf gehört deshalb ein Blick in die Fahrzeugpapiere, um das zulässige Gesamtgewicht und die Nutzlast zu erfahren.

Beim Umbau selbst ist handwerkliches Geschick bei Karosserie- und Holzarbeiten erforderlich. Hinzu kommen Kenntnisse bei den Installationen. „Im Zweifelsfall sollten sich Neucamper von Experten helfen lassen“, sagt Mühlich. Denn es gebe einschlägige Normen hinsichtlich Sicherheitsanforderungen an Wohnraum, Flüssiggasinstallation, Elektroinstallation und Sicherheitsbelüftung.

Darüber hinaus sind auch Vorgaben aus StVZO und ECE-Regelungen einzuhalten. Oftmals begleiten Kfz-Sachverständige wie Tüv-Prüfer den Umbau oder sie stehen mit Rat und Tat zur Seite. (tmn)


Mit ePaper wird die Zeitung digital: Testen Sie jetzt das ePaper Ihrer Heimatzeitung zwei Wochen kostenlos!
Link zum Thema
Copyright © mittelhessen.de 2018
Kommentare (0)
Mehr aus red.web unzugeordnet