Der Welpe in der Schule

TIERE Kleine Hunde richtig erziehen
Dr. Heidi Bernauer-Münz. (Foto: Privat)

Kleine Hunde müssen viel lernen, damit sie sich im Leben mit den Menschen zurechtfinden. (Foto: colourbox)

Bild 1 von 2

Welpen sollen möglichst Vieles kennenlernen, damit sie in ihrem späteren Erwachsenenleben vertraut damit umgehen können. Es empfiehlt sich aber, ihren Lerneifer möglichst früh in die richtigen Bahnen zu lenken.

Wie man sich in Hundekreisen benimmt, lernt der Welpe von anderen Hunden. Dazu benötigt er andere Welpen und erwachsene Artgenossen unterschiedlichen Alters und verschiedener Rassen. Hunde unterwegs oder eine Hundespielwiese eignen sich dazu hervorragend. Zum Schutz des Welpen muss aber immer vorher geklärt werden, ob Kontakte gewünscht und auch gefahrlos möglich sind.

Auf freundliche Hundebegegnungen achtet auch eine gute Hundeschule und legt auf diese Art der "Ausbildung" besonderen Wert. Dabei werden die Welpen nicht sich selbst überlassen, da auch schlechte Erfahrungen möglich sind und zu späteren Problemen mit Artgenossen führen können.

Benimmregeln der Gesellschaft lernen

Häufiges Eingreifen ist jedoch auch nicht sinnvoll, da die Welpen sonst nicht lernen können, wie sie sich in schwierigen oder frustrierenden Situationen zu verhalten haben.

Ein Welpe muss natürlich lernen, wie Benimmregeln unter Menschen zu verstehen sind. Aus Hundesicht ist das Umherlaufen und Betteln in Lokalen, begleitet mit freudig aufforderndem Gebell, lohnend und damit vorteilhaft, da der Welpe niedlich ist und Streicheleinheiten oder auch mal ein Häppchen bekommt.

Im Gegensatz dazu erwartet die menschliche Gesellschaft aber einen ruhigen, unauffälligen Hund, sobald das Welpenalter vorbei ist.

Eine gute Hundeschule zeigt, wie man einen Welpen dazu bewegen kann das zu tun, was man von ihm möchte. Er soll mit Freude lernen - das behält er gut. Wird mit Strafe gearbeitet, wird ein unerwünschtes Verhalten nur unterdrückt und nicht verlernt.

Strafe bedeutet jedoch nicht nur Schläge oder Kneifen. Auch sanftere "Korrekturmethoden" werden unterschiedlich stark empfunden. Ein lautes Wort kann eine große Strafe sein oder auch völlig missverstanden werden. Kann sich der Welpe die Strafe nicht erklären und sie daher auch nicht vermeiden, wird er ängstlich. Auch eine Überforderung kann Ängste zur Folgen haben.

Erziehungsmethoden müssen immer zum jeweiligen Hund passen und nachvollziehbar sein. Ein Welpe kann durch eine schlechte Ausbildung zum Problemhund werden. Machen Welpen und Junghunde dramatische Erfahrungen, leiden sie oft ein Leben lang darunter. Ein ungutes Gefühl in der Hundeschule sollte man auf keinen Fall ignorieren. Es gibt viele Möglichkeiten, einen Hund zu erziehen und zu beschäftigen.

Ideen zur richtigen Erziehung, Erklärungen und Kontakte gibt es in einer Hundeschule, die Hauptarbeit ist jedoch zu Hause und unterwegs zu leisten. Gut geeignet sind gemeinsame Spiele, die allen Freude machen und auf spätere Situationen im Leben vorbereiten. Mit dem "Ja und Nein" Spiel lernt der Hund, dass er unterwegs fragen soll, ob er etwas Gefundenes fressen darf oder im Tausch dafür ein Leckerchen bekommt.

Spielerischer Erfolg macht Menschen und Hunde glücklich. Gelernt wird ein Leben lang, das gilt auch für Hunde. Die richtige und intensive Welpenerziehung ist ein guter Start und lohnt sich ein Hundeleben lang.


Mit ePaper wird die Zeitung digital: Testen Sie jetzt das ePaper Ihrer Heimatzeitung zwei Wochen kostenlos!
Link zum Thema
Copyright © mittelhessen.de 2016
Kommentare (0)
Mehr aus red.web unzugeordnet