Die Faszination des Violoncellos

MUSIKTAGE Abschlusskonzert mit drei jungen Solisten der Kronberg Academy in Marburg

Benedict Kloeckner (l.) und Aurélien Pascal, begleitet am Flügel von Megumi Hashiba zeigten die Vielseitigkeit des Cellos. (Foto: Frahm)

Hayoung Choi überzeugte im Abschlusskonzert mit einem Thema von Gioacchino Rossini. (Foto: Frahm)

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Das große Streichinstrument, das vom Tonumfang der menschlichen Stimme entspricht und das in zahlreichen Orchester- und Kammermusikpartituren dazu verdammt ist, im Hintergrund als Begleitinstrument zu wirken, erwies sich im Fürstensaal des Marburger Schlosses als veritables Soloinstrument. Drei brillante Meister dieses Instruments präsentierten eine Auswahl der Werke, die dem Cello die Hauptrolle im Konzert zuweisen.

Musikalische Dialoge von allerhöchster Schönheit und dazu versierte Solisten: Das Publikum ist begeistert

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Mit einem fulminanten Cellokonzert endeten am Pfingstmontag die Eckelshausener Musiktage in Marburg. 200 Besucher erlebten drei junge Könner am Cello, die an der Kronberg-Academy studierten und nach ihrem Studium an verschiedenen Konservatorien zu Meisterkursen eingeladen worden waren. Auf dem Programm standen Werke aus vier Jahrhunderten, darunter ausgesprochene Raritäten des Konzertbetriebs.

Die Bielefelder Cellistin Hayoung Choi und ihr französischer Kollege Aurélien Pascal machten den Anfang mit einer Sonate von Luigi Boccherini. Begleitet von Megumi Hashiba am Konzertflügel ließen die beiden ihre Instrumente in einen Dialog von allerhöchster Schönheit treten. Hayoung Choi trat danach als Solistin, ebenfalls begleitet von Megumi Hashiba, mit einem Thema von Gioachino Rossini in den Fokus.

Nach dem anrührenden Rossini ergänzte die Künstlerin den Vortrag um die Interpretation des Themas durch den modernen Komponisten Bohuslav Martinu. Mit Benedict Kloeckner gesellte sich für das nächste Stück der dritte junge Meister zu den Ausführenden, während Hayoung Choi die Bühne verließ. Mit der Suite für zwei Violoncelli und Klavier von Gian Carlo Menotti begeisterten Pascal und Kloeckner das Publikum.

Nach der Pause wurde es mit Peter Tschaikowskis Valse sentimental zunächst romantisch. Kloeckner agierte hier als versierter Solist, begleitet von Megumi Hashiba. Die Variationen über ein Thema von Paganini von Gregor Piatigorsky waren für die Liebhaber moderner Klänge sicher der Höhepunkt des Konzerts. Kloeckner war hier ganz in seinem Element.

Den Abschluss bildeten eine Fantasie über russische Volkslieder von David Popper und der "Tagtraum" von Giovanni Sollima, zu denen wieder Hayoung Choi und Aurélien Pascal in den Vordergrund traten. Das Publikum war begeistert.


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