Die Punkte sind futsch

DHB-Bundesgericht revidiert Urteil des Sportgerichts
"Das ist nicht zu fassen." Daniel Valo und seine Wetzlarer Kollegen utschen durch die endgültige Aberkennung der zwei Pu
"Das ist nicht zu fassen." Daniel Valo und seine Wetzlarer Kollegen utschen durch die endgültige Aberkennung der zwei Punkte aus dem Göppingen-Spiel noch tiefer in den Abstiegskampf. (Foto: Rehor)

"Ich bin maßlos enttäuscht", erklärte Rechtsanwalt Manfred Rühl am Donnerstag auf Nachfrage, "das Bundesgericht ist unserer Argumentation nicht gefolgt. Dazu hat das Urteil rechtliche Mängel". Weil die gestrige Entscheidung "sportgerichtlich unanfechtbar ist", bleibt den jetzt mit nur noch 18 Pluspunkten mehr denn je stark abstiegsbedrohten Wetzlarern lediglich noch der Gang vor ein Zivilgericht.

<box_help>"Wir werden die Urteilsbegründung ganz genau prüfen und gegebenenfalls versuchen, eine einstweilige Verfügung zu erwirken. Das könnte auch noch im Falle eines Abstiegs der HSG nachträglich geschehen", sagte Rühl.

Geschäftsführer Björn Seipp traf die Nachricht bis ins Mark: "Der Sichtweise des Bundesgerichts können wir uns nicht anschließen. Ich halte das Urteil grundsätzlich für falsch."

Das DHB-Gremium unter Vorsitz von Hans-Jörg Korte stützte sich im Wesentlichen auf drei Sachverhalte:

Zum einen auf den formalen Fehler, dass die Revisionsgebühr zwar rechtzeitig, aber erneut - wie schon im März einmal - auf das falsche Konto überwiesen worden sei. Ausschlaggebend soll dies laut Rühl allerdings nicht gewesen sein.

Zudem geht das Gericht davon aus, dass die Spielberechtigung von Andrej Klimovets für Oberligist TSG Haßloch immer noch wirksam sei.

Und drittens, dass im Fall des Weltmeisters von 2007 von einem Wechsel im "guten Glauben" nicht die Rede sein könne. Denn der gebürtige Weißrusse sei schon so lange in Deutschland, da hätte er es nicht auf sich beruhen lassen dürfen, dass ein Pass beim Pfälzer Handball-Verband beantragt worden sei, er aber diesen nie gesehen, geschweige denn unterzeichnet habe.

Jetzt steckt die HSG Wetzlar richtig tief im Abstiegskampf drin

"Dass der DHB und HBL keine einheitliche Datenbank haben, ist ein Witz. Wir als Verein, aber auch Klimovets haben in gutem Glauben gehandelt. Deshalb haben wir uns nichts vorzuwerfen." Und Rühl fügte an: "Unsere Argumentation betrug 50 Seiten, und dann wischt ein DHB-Vorsitzender quasi alles vom Tisch."

Jetzt steckt die HSG richtig im Abstiegsschlamassel. Zwei Punkte futsch und das mit Abstand schwerste Restprogramm der mitgefährdeten Clubs - die Grün-Weißen wandeln in ihrer 14. Saison im Oberhaus am Abgrund.


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