Dorfkern aus 9000 Streichhölzern

HOBBY Modell zeigt den alten Ortsmittelpunkt von Berghausen

Das Modeel des alten Berghäuser Dorfkerns wird übergeben (von links) Friedel Moos, Bodo Dresbach, Ulrike Eidam und Peter Weigang vom Arbeitskreis Dorfgeschichte. (Foto: Pöllmitz)

Das Modell schenkte er der Kirchengemeinde. "Es ist ein Modell des Ensembles rund um die Kirche, wie es sich im 18. bis 20. Jahrhundert darstellte. Dazu gehören die Kirche, das Spritzenhaus der Feuerwehr, das Leiterhaus der Feuerwehr, die Viehwaage (1907), das Pumpenhaus (1810), Backhaus und Hirtenwohnung, das Anwesen Obitz, das Anwesen Schneider, die Lutherlinde (1883) und die Kaiserlinde (1911)", erläuterte Pfarrerin Ulrike Eidam, nachdem der Presbyteriumsvorsitzende Bodo Dresbach die Vitrine enthüllt hatte.

Friedel Moos hat dieses Modell über drei Jahre hinweg aus 9000 Streichhölzern gebaut. Erhalten geblieben sind lediglich der Kirchturm, das Pumpenhaus und das Anwesen der Familie Schneider (heute der Familie Ahrens). Das sonstige Umfeld sieht mittlerweile vollständig anders aus.

"Wir sind sehr dankbar für dieses Modell, denn wenn man bedenkt, wie heute über viel zu wenig Platz rund um die Kirche gemäkelt wird, bliebe es unvorstellbar, wie all diese Gebäude und Funktionen auf diesem kleinen Areal Platz gefunden haben sollten, wenn es uns nicht so anschaulich vor Augen gestellt würde", freute sich Eidam. Als Vorlagen dienten alte Fotos, Katasterauszüge und Aussagen von Zeitzeugen. Der Gedanke an dieses Ensemble kam Friedel Moos bereits beim Dorffest im Jahre 2001.

Edwin Jung, zu dieser Zeit Ortsbeiratsvorsitzender, habe sehr viel recherchiert sowie Bilder, Pläne und Zeichnungen zusammengetragen. "Wir haben uns immer wieder zusammengesetzt und korrigiert, wenn es notwendig war", erinnerte Moos. So hat sich das Umfeld der Kirche gestaltet. "Leider konnte Edwin Jung das fertige Modell nicht mehr sehen, schade, er hätte sich bestimmt sehr gefreut." Die Mitglieder des Presbyteriums freuen sich sehr über dieses kostbare Geschenk: "Wir sind Friedel Moos und dem Arbeitskreis Dorfgeschichte dankbar dafür, dass Sie uns dieses Modell zur ständigen Ausstellung im evangelischen Gemeindehaus überreichen. So können sich alle Interessierten dieses Werk anschauen und über die Veränderungen staunen", so Eidam. In den nächsten Wochen bleibt das Kunstwerk jedoch noch in der Kirche, damit möglichst viele Menschen es sehen können.

Als Vorlage dienten alte Fotos und Aussagen von Zeitzeugen

Mit viele Liebe zum Detail wurde die Lebenssituation vergangener Generationen aufgegriffen. In einem Hof befindet sich sogar ein Hauklotz, samt Beil und Kleinholz. Es braucht nicht nur viel Kreativität, Vorstellungskraft und handwerkliches Geschick, sondern vor allem eine Menge Geduld. "Wenn ich mit den Streichhölzern arbeite, kann ich um mich herum nichts brauchen", sagt Moos. Er zeichnet die Flächen auf, die dann mittels Streichhölzern zu Wänden, Mauern, Dächern werden. Uhu hart ist der Klebstoff seiner Wahl, weil er farblos und tropffrei aushärtet. Mit dem Lötkolben werden Farbeffekte erzielt.


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