Ehrlich liebt am längsten

Internet  Paarberater informiert über Fallen beim Online-Dating

Online-Dating ist Werbung in eigener Sache – und hat deshalb so seine Tücken. (Foto: Wüstenhagen/dpa)

Offen für alles, sportlich und hübsch – und dabei auch noch nett: Das Profil beim Online-Dating ist Werbung in eigener Sache. Und genau wie bei anderer Reklame geht es dabei nicht hundertprozentig ehrlich zu. „Etwas Schönfärberei ist auch in Ordnung“, sagt Eric Hegmann, Paarberater aus Hamburg. Denn es sei ganz normal, sich bei der Partnersuche so darzustellen, dass man als attraktiv wahrgenommen wird. Wer flunkert oder sogar lügt, hat aber womöglich ein Problem mit sich selbst.

Online-Dating-Nutzer sollten laut Paarberater zunächst einmal wissen, wonach sie suchen: „Bei einer Affäre geht es um eine sexuelle Fantasie. Da würde ich nicht mit zu viel Ehrlichkeit rechnen“, sagt Hegmann. Wer jedoch eine lebenslange Beziehung auf einer Lüge aufbauen möchte, dem solle klar sein, dass das mit großer Sicherheit nicht funktionieren wird.

Experte rät, nicht zu misstrauisch zu sein, denn ohne Vertrauen wird es nie etwas mit der Liebe

Darüber hinaus betont Hegmann die Wichtigkeit von Fotos. Diese sollten sehr aktuell sein, was in Zeiten des Smartphones auch keine Herausforderung mehr darstelle. „Selfies sind heute akzeptabel beim Online-Dating, es muss nicht das Bild vom professionellen Fotografen sein. Überhaupt warne ich vor zu schönen und stark bearbeiteten Bildern.“

Nach einiger Zeit lerne man, zwischen den Zeilen zu lesen und gefälschte Profile zu entlarven – so wie bei Hotelbeschreibungen im Reisekatalog: „Steht da nichts von Meerblick, sollte man auch keinen erwarten.“ Übertragen aufs Online-Dating heißt das: „Achten Sie darauf, was weggelassen wurde. Sie können Lügen nur aufdecken, wenn es auffällige Ungereimtheiten gibt – also wenn der erfolgreiche Start-up-Gründer beispielsweise die Zeit findet, jeden Tag in der Woche zum Sport, drei Mal ins Theater und zwei Mal zum Ehrenamt zu gehen“, betont der Experte. Er warnt aber gleichzeitig davor, zu misstrauisch zu sein. Denn ohne Vertrauen werde es nie etwas mit der Liebe.

Vielleicht erhalten einige Menschen weniger Zuschriften, wenn sie ehrlich sind. Dafür werde man aber auch keine Zurückweisung erfahren müssen, wenn der Partner sich getäuscht vorkommt. Ein Kriterium sei laut Hegmann aber tatsächlich schwierig: „Menschen verlieben sich in eine Person, wenn sie den Eindruck haben, sie könnten auch in zehn Jahren noch zusammen Freude haben. “Arbeitslosigkeit und Krankheit schrecken die meisten Singles deshalb ab. (tmn)


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