Ein Hörgenuss "off Platt"

BRAUCHTUM Benefiz-Mundart-Konzert der Ulmtaler in der Dreschhalle

Sie machen Spaß auf der Bühne: (v. l.) Brigitte Bovermann, Roswitha Tuma und Erich Schöndorf vom Heimatverein Ulm. (Foto: F. Müller)

Über 100 Besucher genossen rund drei Stunden lang am Samstagnachmittag das "Plattschwätze", wie es noch auf dem Land Sitte ist, und auch den Mundart-Gesang, der ihnen geboten wurde.

Zu Beginn spielte das Veranstalterteam in der Besetzung Petra und Gunther Zöller, Dieter Kraft und Jürgen Frey schon einmal einige von den Mundart-Freunden komponierte und getextete Lieder wie "Mir sei die Ulmtaler Musik", "De Balkan", "Bei uus emm Dörfche" oder "De Willi hott e Mache gern" und ernteten viel Beifall. Die Mitglieder des Männergesangvereins "Liederfreund" kümmerten sich derweil um die Bewirtung des gut gelaunten Publikums. Für die Moderation sorgten Roswitha Tuma und Erich Schöndorf, die dann den extra aus Wächtersbach angereisten Liedermacher und Sänger, der auch schon einige Auftritte im Hessischen Fernsehen hatte, ankündigten. Langholz, der auch im vergangenen Herbst bei der Kalendervorstellung in Biskirchen weilte, sorgte mit urigem Humor und manchen eindrucksvollen Schilderungen aus dem Leben für eine gewisse Faszination. Und manche messerscharfe Pointe ging Richtung Publikum.

Zu seinen Gesangsdarbietungen gehörten "Eich sei enn hoffnungslos altmodischer Typ", "Das Dippelied" (Das Töpferlied) oder das "Handkäslied", wobei auch das Publikum zum Mitsingen eingeladen war.

Als "Lebbe Ridda & Co." traten Rita Mattern und Norbert Münch auf, die aus Buseck gekommen waren, und präsentierten dem aufgekratzten Publikum ihre Eigenkompositionen und Eigentexte. Zu "Gunn‘ Dach" (Guten Tag), "Linie, Else und Gretche", "Monn ess aach noch enn Toach" (Morgen ist auch noch ein Tag) sowie "Kee Zeit" (Keine Zeit).

Drinnen gab es Musik, draußen sägte "Crazy George" aus einem Holzklotz einen Bembel

Gerhard Keil und seine "singende Zither" aus Grünberg fehlten auch nicht im Reigen der Mundart-Künstler und gab seine eigenen Erlebnisse mit den Titeln "Emm Hinkelstall" (Im Hühnerstall), "Die Oma" oder "Eich sei enn echter Hesse" preis, womit er zu einem tragenden Pfeiler des nachmittäglichen Geschehens wurde.

Der Heimatverein Ulm war mit einem Sketch dabei, der von Brigitte Bovermann, Roswitha Tuma und Erich Schöndorf feinsinnig vorgetragen wurde und bei dem es um eine kurze Darstellung des nunmehr einzuübenden Theaterstücks "Goldrausch in Ulm" von Erich Schöndorf ging. Das Stück wird im November nochmals in der Dreschhalle aufgeführt.

Mit im Programm war auch der Ulmtaler Sägekünstler "Crazy George" (Georg Maurus), der aus einem Holzklotz einen Bembel auf dem Außengelände der Halle sägte. Als Begleitinstrumente für den Mundart-Gesang dienten hauptsächlich Gitarren und Akkordeons, mit denen auch die vier "Ulmtaler" auftraten. Sie gaben im Juni ihre erste CD unter dem Titel "Die Öscht" heraus, die am Samstag zum Preis von nur fünf Euro vorbestellt werden konnte. An der Veranstaltung nahm auch die Vorsitzende des Vereins zur Erhaltung der Mittelhessischen Mundart (Vemuk), Marlitt Hofmann (Daubhausen) teil. Der Erlös aus der Veranstaltung kommt der Lebenshilfe zugute. (fm)


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