Ein schönes Ritual, das Dankbarkeit ausdrückt

EHRENTAG Mütter sind heute stark gefordert

Supermoms sind gefordert: An die Mutter von heute werden hohe Erwartungen gestellt. (Foto: Colourbox)

Dabei kommt die Diskussion darüber immer wieder auf, ob der Brauch noch zeitgemäß ist. Verstaubt und altmodisch, sagen manche. Einige wollen ihn abschaffen. Fest steht: Der Tag lenkt einen Blick auf den Mutterjob. Und der ist kein Zuckerschlecken, kann - bei aller Freude und Bereicherung - auch stressen und krank machen.

Die Anforderungen wachsen: "Mütter müssen gut aussehen, für den Partner attraktiv bleiben, interessiert sein und möglichst erfolgreich im Job. Und sie sollen die Kinder breit fördern - schulisch, musisch und sportlich. Das alles unter Zeitdruck", meint Anne Schilling, Geschäftsführerin des Müttergenesungswerks. Sie weiß: "Viele Mütter haben in einem hohen Maße einen Perfektionsanspruch an sich selbst." Ergebnis bei Zehntausenden: Schwere Erschöpfung, Burn Out, Schlafstörungen, Rückenschmerzen, Muskel-Skelett-Erkrankungen, Allergien.

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Was belastet? Mütter geben an: Mangelnde Anerkennung, ständige Zeitnot, Hauptverantwortung für die Familie, Partnerschaftsprobleme, finanzielle Sorgen, Pflege eines Angehörigen, soziale Isolation. Mütter aller Schichten sind betroffen, betont Schilling. Jede fünfte Mutter bundesweit ist alleinerziehend. Etwa 60 Prozent arbeiten, eine wachsende Zahl pflegt einen Angehörigen. Mütter brauchen mehr Unterstützung, fordert das Genesungswerk. Der Muttertag habe zwar ein altmodisches Image, bleibe aber sinnvoll.

Traditionelle Geschenke sind "in"

Soziologin Sabina Schutter sagt, gerade angesichts der wachsenden Ansprüche an die Frauen sei der Muttertag ein "schönes Ritual", das Dankbarkeit ausdrückt und Beziehungen festigt. Mütter freuen sich mehr über traditionelle Geschenke als etwa über einen "modernen" Facebook-Gruß, glaubt die Wissenschaftlerin vom Deutschen Jugendinstitut in München. "Ein Muttertag entbindet allerdings Gesellschaft und Politik selbstverständlich nicht davon, gleichstellungspolitisch, familienpolitisch und sozialpolitisch aktiv für die Verbesserung der Situation von Familien einzutreten."

(dpa/tmn)


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