Energie sparen kostet Millionen

Machbarkeitsstudie "Energieautarkes Löhnberg" im Überblick
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18 095Megawattstunden (MWh) Strom verbrauchen die Löhnberger Bürger und Firmen im Schnitt pro Jahr. Das lässt sich aus den Verbrauchsdaten der Süwag Energie GmbH für die Jahre 2005 bis 2007 berechnen. Pro Kopf bedeutet das einen jährlichen Verbrauch von vier MWh. Spitzenreiter sind die Ortsteile Selters mit 7505 MWh und Löhnberg mit 7052 MWh. Der Anteil der privaten Verbraucher liegt bei 8094 MWh, der von Unternehmen bei 9594 MWh.

29 078 MWh Erdgas und 1,6 Millionen Liter Heizöl verbraucht Löhnberg, um es gemütlich warm zu haben.

93,8 Millionen Euro müssten alle Löhnberger zusammen investieren, um die Gebäude energetisch zu sanieren und so den Wärmeverlust zu minimieren. Umgelegt auf das typische "Löhnberger Haus" (Baujahr 1950, 185 Quadratmeter Wohnfläche, Gasheizung) sind das 83 000 Euro.Denn laut Studie ist in der Großgemeinde Löhnberg die Bausubstanz bei zwei Drittel der Häuser im Schnitt älter als 40 Jahre. Doch nur rund vier Prozent hätten bisher die Dämmung der Außenwände in Angriff genommen. Doch genau dort, am Mauerwerk, gehe die meiste Wärme verloren, heißt es in der Studie. Seien die Außenwände gedämmt, könnten die Hausbesitzer bis zu 30 Prozent des jährlichen Wärmebedarfs einsparen. Einen ähnlichen Effekt habe der Einbau von Mehrscheiben-Isolierverglasung (20 Prozent Ersparnis). Kellerdecken und die obersten Zimmerdecken zu isolieren lohne sich genauso wie alte Heizungsanlagen zu erneuern.

5 427 218Euro hat die Gemeinde in den vergangenen Jahren investiert, um öffentliche Gebäude zu sanieren und dabei gleich auf den neuesten Stand in Sachen Energieeffizienz zu bringen. Größter Posten war dabei die Turnhalle in Niedershausen mit 1,7 Millionen Euro. Aber auch in den sanierten Kindergärten in Löhnberg und Niedershausen, den auf Vordermann gebrachten Dorfgemeinschaftshäusern in Obershausen und Selters sowie im Mehrgenerationenhaus wird jetzt Energie gespart. Laut Machbarkeitsstudie wird 19 Prozent (DGH Selters) bis 52 Prozent (Niedershäuser Turnhalle) weniger Energie im Jahr verbraucht als vor der Sanierung. Doch das ist noch nicht alles.

1 Nahwärmenetz von rund zwei Kilometer Länge soll Löhnberg der Unabhängigkeit von Gasversorgern und der Heizölindustrie ein Stück näher bringen. In der Volkshalle und im Mehrgenerationenhaus stehen deshalb insgesamt drei Hackschnitzelkessel mit einer Wärmeleistung von 750 kW, die neben Rathaus, Kindergarten, MGH und Volkshalle auch Gewerbetreibende und Bürger im alten Ortskern mit Wärme versorgen. Zwei Gaskessel können in Spitzenzeiten dazugeschaltet werden. Am Ende gelingt es so, den jährlichen Wärmebedarf von 3,5 Millionen KWh zu erzeugen. Der Vorteil: Das Netz ließe sich in der Kerngemeinde ausbauen. Und auch in Niedershausen ist mit zwei Heizwerken eine Versorgung etlicher Gebäude möglich.

449 Tonnen des klimaschädlichen Kohlendioxids (CO2) werden durch das Nahwärmenetz pro Jahr weniger ausgestoßen. Das sind rund 40 Prozent Ersparnis im Vergleich zu vorher.

90 Photovoltaikanlagen im Jahr 2011 liefern zwar ebenfalls "grünen" Strom, sind laut Studie aber noch nicht genug. Sie sieht noch Potential auf den Dächern von öffentlichen Gebäuden, großen Firmen oder landwirtschaftlichen Gebäuden, aber genauso auch auf Aussiedlerhöfen.

2020 autark versorgen? Das bleibt wohl vorerst Utopie. In Löhnberg müssten mehr Photovoltaikanlagen, Blockheizkraftwerke und Biogasanlagen gebaut werden. Die Autarkie sei ein längerfristiges Ziel, heißt es deshalb auch in der Machbarkeitsstudie.


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