Erdgeschichte wird lebendig

MINERALIEN Börse in Marburg lockt 100 Besucher an
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Rund 40 Aussteller aus dem gesamten Bundesgebiet sowie aus Russland und Afghanistan boten ihre Waren im Bürgerhaus an. "Dabei hat jeder Händler sein Spezialgebiet", erläuterte Kerkhey. Und viel Faszinierendes lag auf den gut ausgeleuchteten Tischen: Bunt funkelten die Schätze der Sammler und gaben so einen Einblick, welch spannende Kunstwerke die Erde unter ihrer Oberfläche bereit hält.

Faszinierend waren auch die Fossilien: Versteinerungen etwa von Schnecken und Ammonit, versteinertes Holz - die Stücke ermöglichten einen direkten Blick auf die Stein gewordene Vergangenheit. Und selbst Stücke von Meteoriten wurden angeboten. Aber auch einheimische Mineralien waren zu sehen: Etwa Mineralstufen mit großen Kristallen von grüner Zinkblende, die in dieser Zusammensetzung exklusiv im heimischen Raum zu finden sind.

n "Ich bin selbst seit 40 Jahren Sammler und jede Woche unterwegs, um zu klopfen"

Doch was macht die Faszination der Mineralien aus? "Die Leute fasziniert, dass es Natur ist", weiß Kerkhey. "Die Kristalle sind so in der Natur gewachsen - es wurde nichts an ihnen verändert, außer, dass sie geborgen und freigelegt wurden."

Wenn man etwas finde, dann sei dies ein unbeschreibliches Glücksgefühl. "Ich bin selbst seit 40 Jahren Sammler und jede Woche unterwegs, um zu klopfen", erzählte Gerd Kerkhey. Die Erfolgserlebnisse seien aber eher selten. Denn von rund 80 Touren im Jahr "finde ich nur etwa dreimal etwas."

Die Suche werde auch dadurch erschwert, dass die Gebiete mittlerweile stark eingeschränkt würden. "Steinbrüche sind heute meist mit einem Sammelverbot belegt, und alte Halden sind abgesucht", weiß Kerkhey. Früher sei das einfacher gewesen, denn da "gehörten die Steinbrüche kleinen Familienbetrieben. Heute sind es große Firmengruppen, die ein generelles Verbot aussprechen." Hauptsächlich wegen der Unfallgefahr. Daher seien die Börsen ein großer Treffpunkt, um Sammlungen zu vervollständigen. Denn Gerd Kerkhey weiß: "Wenn mir ein Stück angeboten wird, das ich noch nicht habe, dann will ich meine Sammlung auch vervollständigen. Das ist wie bei einem Briefmarkensammler."

n Börsen mit heimischen Gesteinen werden immer seltener

Daher habe er selbst am Sonntag auch schon einige Stücke direkt angekauft. "Aber ich habe zum Glück auch schon ein wenig Geld eingenommen", so der Veranstalter lachend.

Aufgrund der Sammelverbote würden Börsen mit heimischen Gesteinen aber immer seltener. "Und das, obwohl Mineralien und Fossilien Jung und Alt gleichermaßen faszinieren."


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