Es ist wieder Märchenzeit

MUSICAL Rapunzel lässt in Hanau ihr Haar herunter / Viel Applaus bei Festspiel-Premiere

Eingesperrt im Turm: Katharina Abt als Rapunzel. (Foto: Brüder Grimm Festspiele)

Es schüttete regelrecht, als die Besucher im - zum Glück komplett überdachten - Amphitheater im Schlosspark Philippsruhe ihre Plätze einnahmen. Doch eingehüllt in warmen Jacken und Decken konnte das begeisterte Publikum am Freitagabend dann doch die Weltpremiere des Musicals "Rapunzel" voll genießen. Die farbenprächtige Show kam bei den Zuschauern unter dem weißen Kuppelzelt bestens an. Die Inszenierung ist nämlich ein wahres Vergnügen - für Erwachsene wie für Kinder.

Ein alter Stoff wird mit ganz viel Charme in Szene gesetzt

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Intendant Frank-Lorenz Engel hat das Buch geschrieben, Regie führte Holger Hauer. Dabei wird mit ganz viel Charme ein alter Stoff so in Szene gesetzt, dass dieser gleichermaßen historisch und doch auch modern wirkt. In der über zweistündigen Vorstellung wird alles geboten, was man von einem Märchen erwartet: zauberhafte Figuren, wundersame Begebenheiten, tragische Verwicklungen, uralte Weisheiten und eine tolle Kulisse.

Komponiert hat die Songs des Musicals der aus Israel stammende und in Berlin lebende Shay Cohen. Zum ersten Mal hatten die Brüder Grimm Festspiele einen Kompositionswettbewerb ausgeschrieben. Insgesamt nahmen 22 Komponisten aus Deutschland und den USA daran teil.

Und darum geht es: Die böse Zauberin Gothel wünscht sich ein Kind. Als Inhaberin des Ladens "Gothels Kinderparadies" lernt sie Martin (Ecco Mylla) und Johanna (Judith Jakob) kennen, die ein Baby erwarten. Da Johanna unstillbaren Appetit auf Rapunzeln aus Gothels Garten hat, holt Martin heimlich einen Korb voll Salat für seine Frau. Doch er wird von der Zauberin erwischt, die ihn töten will . Als er ihr alles verspricht, um am Leben zu bleiben, verlangt Gothel sein Kind. Bald nach der Geburt des Babys Roswitha kommt Gothel zu den jungen Eltern, entführt das Mädchen, nennt es Rapunzel und sperrt es in einen Turm, wo es aufwächst. Rapunzels Haare werden in all den Jahren nie abgeschnitten. Und so dient es Gothel nach dem Spruch "Rapunzel, lass dein Haar herunter" auch als Leiter in den Turm. Als der zukünftige König durch Zufall die schöne Rapunzel entdeckt, verschafft er sich ebenfalls auf diese Weise den Weg in den Turm - wird aber von Gothel entdeckt und aus dem Turm geworfen.

Die Hauptrolle Rapunzel spielt und singt eine überzeugende Katharina Abt. Stimmlich gefallen auch Masha Karell als Zauberin, die besonders schwierige Parts zu singen hat, und Dennis Weißert als junger König Philipp. Und ein ganz besonderes Lob verdienen ebenso Katrin Höft, Mirjam Wolf und Marion Wulf, die in verschiedenen Rollen nicht nur optisch, sondern auch gesanglich herausragen.

Allen die Schau stiehlt allerdings Sophia Euskirchen als vergessliche Elfe Felicitas. Zusammen mit dem ebenfalls großartigen Alexander Leder als Gnom Grompf bildet sie ein unschlagbares Paar, das Rapunzel und Philipp eine große Hilfe sind. Wie immer großartig ist auch die Arbeit von Kostümbildnerin Ulla Röhrs. Besonders die Kleider von Blumen, Kammermädchen, Elfe und Gnom sind eine Wucht.

Natürlich muss die Geschichte nach einiger Aufregung gut ausgehen. Rapunzel bekommt den König und die Eltern können nach 16 Jahren ihre Tochter wieder in die Arme schließen. Da gibt es dann im Amphitheater auch viel Applaus für starke Leistungen, tolle Effekte und einen wahrlich märchenhaften Abend.

- Neben dem Musical "Rapunzel" stehen das Familienstück "Rotkäppchen" (Premiere 21. Mai, 16 Uhr) sowie "Die goldene Gans" (Premiere 4. Juni, 19.30 Uhr) auf dem Spielplan der 32. Brüder Grimm Festspiele in Hanau. Mit Shakespeares Komödie "Was ihr wollt" (Premiere 11. Juni, 20.30 Uhr) wird zudem die Reihe "Grimms Zeitgenossen" fortgeführt. Damit möchte man die Festspiele für ein breiteres Publikum öffnen.

Die Saison im Amphitheater Hanau läuft bis zum 5. August. Das Musical "Rapunzel" ist im Rahmen der Festspiele insgesamt 28 Mal angesetzt. Die nächsten Aufführungen sind heute (Pfingstsonntag) um 14 Uhr sowie am kommenden Sonntag (22. Mai) um 14 und um 19.30 Uhr.

 

EINTRITTSKARTEN

Die Eintrittskarten für die Brüder Grimm Festspiele in Hanau kosten je nach Stück und Kategorie zwischen 8,50 und 33,50 Euro. Mittwoch ist Theatertag. Da gelten ermäßigte Preise. Karten gibt es im Vorverkauf unter der Ticket-Hotline & (069) 13 40 400. Die Tageskasse wird eine Stunde vor Beginn der jeweiligen Aufführung geöffnet. Parkplätze stehen unterhalb des Amphitheaters direkt am Main zur Verfügung. Alle Plätze im Amphitheater sind überdacht. (vn)


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