Fahndungserfolg "in Kürze" erwartet

VOLKSBANK Nichts Neues zu gestohlener Million bei Mitgliederversammlung / Dividende von 5,5 Prozent

Volksbank-Vorstandsvorsitzender Dr. Peter Hanker. (Foto: Docter)

Das hatte offenbar auch Vorstandsvorsitzender Dr. Peter Hanker geahnt. Er spannte seine Zuhörer erst gar nicht lange auf die Folter und ging gleich zu Beginn seines Vortrags auf den Millionenraub ein, der bundesweit für Schlagzeilen gesorgt hatte.

Mit Hinweis auf die laufenden Ermittlungsarbeiten der Polizei, die um Stillschweigen gebeten habe, konnte Hanker jedoch nichts Neues vermelden. Allerdings zeigte er sich optimistisch, dass man "in Kürze" einen Fahndungserfolg präsentieren könne, liege doch die Aufklärungsquote bei solchen Taten "nahe 100 Prozent". Dennoch hatte er für Volksbank-Kunden schon jetzt eine gute Nachricht: So sei man gegen den Geldverlust "auf jeden Fall versichert", ließ der Vorsitzende wissen.

Anhand eines DIN-A4-großen Papierstapels demonstrierte Hanker auf dem Podium - und übertragen auf zwei Videoleinwänden -, welch eigentlich geringe Größe die vier aus dem Gebäude im Schiffenberger Tal entwendeten Geldpakete hatten.

Dass nach Entdeckung der Tat gleich fünf Polizeiwagen vorfuhren - "und just in dem Moment auch noch ein Journalist (des Gießener Anzeigers, Anm. d. Red.) am Geldautomaten steht" - habe das Ganze dann sogleich öffentlich gemacht, berichtete Hanker. Er zeigte sich realistisch, dass die nun begonnene Faschingszeit "das Thema nicht unbedingt schweigen lassen wird".

Die folgende Präsentation der "soliden" Volksbankbilanz 2015 fiel recht kurz aus. Schließlich waren die meisten Zahlen schon bekannt und warteten viele gespannt auf den Vortrag von Kriegsreporterin Dr. Antonia Rados.

"Hier lässt es sich gut leben, in dieser Region steckt eine Menge drin"

Wie Hanker ausführte, ist die Bilanzsumme der mit über 191 300 Mitgliedern drittgrößten Volksbank Deutschlands um 1,5 Prozent auf nunmehr 6,761 Milliarden Euro angewachsen.

Trotz eines von rund 64 auf knapp 68 Millionen Euro gestiegenen Geschäftsergebnisses möchte man "angepasst an das anhaltend niedrige Zinsniveau" eine Dividende von diesmal 5,5 nach zuletzt 7,0 Prozent auszahlen. Laut dem Vorstandsvorsitzenden sei das im Vergleich mit anderen Banken aber immer noch "überdurchschnittlich".

Nach seinen ersten 100 Tagen im neuen Amt bei der Volksbank erzählte Ex-Regierungspräsident Lars Witteck, dass, obwohl er schon viel dazugelernt habe, sein Eingewöhnungsprozess noch nicht beendet sei. Wobei kurz der RP durchkam, als Witteck mit Blick auf Mittelhessen betonte: "Hier lässt es sich gut leben, in dieser Region steckt eine Menge drin."

Antonia Rados fesselte ihre Zuhörer mit einer sachlich-profunden Analyse des Nahostkonflikts und der Rolle der Terrormiliz Islamischer Staat (IS), wobei sie auch die historische Mitschuld des Westens aufzeigte. (fod/ga)


Mit ePaper wird die Zeitung digital: Testen Sie jetzt das ePaper Ihrer Heimatzeitung zwei Wochen kostenlos!
Link zum Thema
Copyright © mittelhessen.de 2016
Kommentare (0)
Mehr aus red.web unzugeordnet