Faire Woche: Produzenten besuchen den Weltladen

Fairer Handel trägt zu menschwürdigeren Lebens- und Arbeitsbedingungen bei

Seit 15 Jahren wird im September die Faire Woche vom Forum Fairer Handel in Kooperation mit TransFair und dem Weltladen-Dachverband veranstaltet. Die Faire Woche soll dazu genutzt werden in der Bevölkerung ein Bewusstsein für die Auswirkungen der Globalisierung zu schaffen und Menschen die Grundzüge des Fairen Handels näher zu bringen. Für rund 2,5 Mio. Produzenten und ihre Familien trägt der Faire Handel zu menschenwürdigen Lebens- und Arbeitsbedingungen bei, er ermöglicht ihnen Investitionen in ihre Zukunft und schafft Perspektiven. Die Faire Woche 2016 soll Wirkungen des Fairen Handels in Nord und Süd beleuchten und Handlungsmöglichkeiten für die Politik und jeden Einzelnen aufzeigen.

Am Samstag, 17.September, machten Yanet Giovana Garay Flores und Esperita Guerrero Romero von der Kleinbauern Kooperative Agropia aus Peru im Herborner Weltladen halt. Während Ihres Besuches in der Schulhofstraße 2, am Herborner Kornmarkt, haben die Gäste aus Südamerika Kunden und Mitarbeiter die vielen positiven Wirkungen, die der Faire Handel mit dem Anbau von Bio-Kartoffelchips in Peru ermöglicht, vorgestellt. 90 Mitgliedsfamilien der Kleinbauernkooperative Agropia kultivieren in Höhenlagen zwischen 3500 und 4200 Höhenmetern mehr als 400 traditionelle Kartoffelsorten, die teilweise noch aus der Inka-Zeit stammen.

Die Vermarktung der Kartoffeln in Form von Bio-Kartoffelchips über den Fairen Handel macht den Anbau der traditionellen, oft in Vergessenheit geratenen Sorten für die Kleinbauern wieder rentabel und verhindert Landflucht und Migration. Dank zusätzlicher Abnahmemengen durch die dwp eG Fairhandelsgenossenschaft und des Verkaufes der Bio-Kartoffelchips der Marke WeltPartner im Herborner Weltladen können sich mehr Familien der Kooperative Agropia anschließen.

Am Montag, 26.September, um 19 Uhr besucht im Rahmen der Reihe "Die Welt zu Gast im Weltladen" ein weiterer Produzent den Herborner Weltladen: Faustino Flores Meneses, ebenfalls aus Peru, ist ein Handwerker, der mit benachteiligten Frauengruppen gemeinsam hochwertige Gürtel herstellt. Faustino lernte bereits als Kind das Arbeiten mit Textilien kennen und hat sich der Bewahrung und der Weitergabe des kulturellen Reichtums der peruanischen Textilkunst verschrieben. Mit seinem Unternehmen Hilos y Colores ermöglicht er indigenen Frauen selbstbestimmtes Arbeiten, so dass sie mit ihrem Handwerk ein Einkommen erwirtschaften können, das ihnen einen guten Lebensunterhalt sichert.

Diese werden über den Fair Trade Partner GLOBO vertrieben. Faustino wird über seine Arbeit und die Lebensbedingungen vor Ort berichten. Insbesondere wird er zeigen können, analog des diesjährigen Mottos der Fairen Woche, wie Fairer Handel wirkt.

Es ist eine Übersetzung aus dem Spanischen sichergestellt.


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