Falsche Schornsteinfeger stehlen

POLIZEIWARNUNG Sie überlisten in Dillenburg eine 75-Jährige und klauen Schmuck

Gegen 12 Uhr öffnete die Rentnerin ihre Wohnungstür. Vor ihr stand ein Mann ganz in schwarz gekleidet und gab sich als Schornsteinfeger aus.

Kurz nachdem sie ihn in die Wohnung gelassen hatte, klingelte es erneut und ein zweiter Schlotkehrer stand vor der Haustür. Er sagte, er sei der Geselle und wolle seinen Chef unterstützen.

Kaum im Haus, bat er um etwas zu trinken. Die Hausbesitzerin ging mit ihm in die Küche und füllte ein Glas Wasser.

Was sie nicht wusste: Während sie in der Küche abgelenkt wurde, durchwühlte der zweite Gauner sämtliche Schränke und Kommoden im Obergeschoss des Hauses. Nachdem sich das Duo verabschiedet hatte, bemerkte die Frau den Diebstahl.

Sie kann die beiden Männer wie folgt beschreiben: Der erste Täter war etwa 45 Jahre alt, etwa 1,70 Meter groß und von schmaler Statur. Er hatte kurze, blonde Haare. Die Seniorin geht davon aus, dass es sich um einen Deutschen handelte.

Der zweite Gauner war 25 bis 30 Jahre alt, rund 1,80 Meter groß und ebenfalls schlank. Er war Südländer, sprach aber gut Deutsch.

Die Rentnerin schilderte, dass die beiden mit schwarzen Hosen, V-förmigen Hemden oder Westen mit vielen Knöpfen gekleidet waren, wie sie allerdings üblicherweise von Zimmermännern getragen werden.

Die Ermittler der Polizei gehen davon aus, dass dies nicht der einzige Auftritt der Täter in Dillenburg war.

Eine Nachbarin erzählte, dass zwei Männer, auf die die Beschreibung passe, bei ihr ebenfalls geklingelt hätten. Sie sprach das Duo aus einem Fenster des Obergeschosses ihres Hauses an. Da die Frau ihnen aber offensichtlich nicht sofort öffnete, winkten die Männer ab und konnten unerkannt verschwinden.

n Polizei gibt Tipps, wie man sich vor Ganoven an der Haustür schützen kann

Zeugen, die dieser Masche aufgesessen sind oder Angaben zur Identität des Gaunerduos machen können, sollten sich bei der Polizei in Dillenburg unter & (0 27 71) 90 70 zu melden.

Guido Rehr, Pressesprecher der Polizeidirektion Lahn-Dill, sprach in diesem Zusammenhang gestern erneut eine Warnung aus: "Hauptzielgruppe für Betrügereien an der Haustür sind vorwiegend Senioren, die in der scheinbaren Geborgenheit ihrer Wohnung aufgesucht werden. Ziel der Täter ist es, Einlass in die Wohnung zu finden, denn dort gibt es in der Regel keine Zeugen oder Hilfe durch Dritte. Das Erscheinungsbild der Täter ist hierbei unterschiedlich. Den gut gekleideten Geschäftsmann findet man genauso wie den Handwerker in Arbeitskleidung, den Hilfsbedürftigen oder sogar angebliche Amtspersonen. Die Schäden können beträchtlich sein und sind für die Opfer oft nicht wieder auszugleichen.

Zum Schutz vor forsch auftretenden Fremden, die nichts Gutes im Sinn haben, hat die Polizei folgende Tipps:

n Schauen Sie sich Besucher vor dem Öffnen der Tür durch den Türspion oder durchs Fenster genau an.

n Öffnen Sie die Tür nur bei vorgelegtem Sperrriegel.

n Lassen Sie keine Fremden in die Wohnung. Bestellen Sie Unbekannte zu einem späteren Zeitpunkt wieder, wenn eine Person Ihres Vertrauens anwesend ist.

n Wehren Sie sich energisch gegen zudringliche Besucher, sprechen Sie sie laut an oder rufen Sie um Hilfe.

n Lassen Sie nur Handwerker in Ihre Wohnung, die Sie selbst bestellt haben oder die von der Hausverwaltung angekündigt worden sind.

n Treffen Sie mit Nachbarn, die tagsüber zu Hause sind, die Vereinbarung, sich im Falle von unbekannten Besuchern an der Wohnungstür gegenseitig Beistand zu leisten.


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