Fette und süße Speisen meiden

Telefonaktion  Dr. Roger Agne beantwortet am direkten Draht Fragen zum Thema Reflux

Eine 53 Jahre alte Anruferin aus Bad Endbach hat einen diagnostizierten Reflux. Sie nimmt das Medikament Pantoprozol. Sie möchte wissen, ob man deswegen die Blutwerte kontrollieren muss. „Bei Dauereinahmen sollte man die niedrigste Dosis nutzen, mit der man beschwerdefrei leben kann“, sagt der Arzt. Blutwerte brauche man nicht extra zu kontrollieren. Die Vorsorge beim Hausarzt reiche im Normalfall.

Eine 64-Jährige aus Aßlar leidet unter Sodbrennen. Sie möchte wissen, ob die Einnahme von Omeprazol schädlich ist. „Es gibt sehr geringe Risiken bei einer Dauereinahme von Protonenpumpenhemmern (PPI) wie Omeprazol“, sagt Agne. Sie unterdrückten die Säureproduktion. Die Magensäure in der Speiseröhre sei nicht nur unangenehm. Wenn man sie nicht behandele, könnten Folgeerkrankungen entstehen. Die Säureblockade schütze vor Bakterien, dadurch sei das Risiko von Magen-Darm-Infektionen erhöht. „Aber durch Hygienemaßnahmen können diese vermieden werden“, meint der Arzt. Eine Operation finde nur in besonderen Einzelfällen statt und sei in der Regel keine Alternative. „Angebliche Nebenwirkungen wie Demenz und Osteoporose sind durch Studien nicht ausreichend belegt und extrem selten“, beruhigt der Internist. Man sollte immer zwischen dem Nutzen und dem Risiko eines Medikamentes abwägen, denn Schäden wie Schluckbeschwerden oder Speiseröhrenkrebs könnten durch das Medikament vermieden werden.

Bei Sodbrennen ist der Verschluss zwischen Magen und Speiseröhre nicht dicht

Eine 62 Jahre alte Anruferin aus Breidenbach leidet seit Jahren unter Sodbrennen. „Die Ursache für Sodbrennen ist ein undichter Verschluss zwischen Magen und Speiseröhre“, erklärt der Facharzt. Dies könne man schlecht abdichten. Es bleibe die Möglichkeit, die Säure zu unterdrücken. „Bisher sind PPI das sinnvollste, was man pharmakologisch kennt.“

Ein 78 Jahre alter Anrufer aus Hüttenberg hatte schon einen Zwerchfellbruch und klagt über Sodbrennen. „Das Zwerchfell ist die natürliche Grenze zwischen Magen und Speiseröhre“, erklärt der Internist. Der Magen rutsche bei einem Bruch des Zwerchfells etwas nach oben (Hernie), dadurch werde der Verschluss undicht. Mit den Prototenpumpenhemmern werde die aufsteigende Säure unterdrückt. Ohne Medikamente habe man früher Geschwüre und Engstellen bekommen.

Ein 38 Jahre alter Anrufer aus Biedenkopf klagt, dass seine Medikamentendosis nicht mehr ausreicht. „Was gibt es für andere Möglichkeiten?“, fragt er. Eine Möglichkeit wäre die Dosis zu steigern und die Therapie anzupassen. „Fette und süße Speisen sowie säurehaltige Getränke wie Weine sollten Betroffene meiden“, rät der Arzt. Außerdem sei es ratsam, erneut eine Magenspiegelung durchzuführen.

Einer 68 Jahre alten Anruferin aus Steffenberg kommt das Essen direkt nach der Mahlzeit wieder hoch. Dafür könnte es verschiedene Ursachen geben. Denkbar wäre eine Bewegungsstörung der Speiseröhre, die es gezielt zu untersuchen gelte. „Kleine Portionen beim Essen können helfen“, meint der Arzt. Das Problem könne auch im Magen liegen. „Weitere Risikofaktoren von Reflux sind Übergewicht und bei Frauen die Schwangerschaft“, so Dr. Agne.


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