Feuerwehren fehlt der Nachwuchs

BILANZ Breitscheider Wehren mussten in diesem Jahr zu 20 Einsätzen ausrücken

Bürgermeister Roland Lay (l.) und Gemeindebrandinspektor Frank Bechtum (r.) überreichten (v.l.) Lothar Diehl, Kai-Andre Müller, Christian Geil, Oliver Michel, Jürgen Klaas und Klaus-Jürgen Bader Anerkennungsprämien. (Foto: Röder)

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Die Zahlen würden ein falsches Bild vermitteln, sagte Gemeindebrandinspektor Frank Bechtum am Freitagabend. In diesem Jahr waren in den fünf Einsatzabteilungen 114 und in der Jugendfeuerwehr 60 Mitglieder. Längst nicht alle würden an den Übungen teilnehmen, was die Zahlen wieder relativieren würde, erklärte Bechtum.

Mit 114 Aktiven habe man zwar den Stand vom Vorjahr gehalten, dennoch müssten sich die Wehren der Gemeinde überlegen, wie es weitergehen solle, wenn insbesondere der Nachwuchs fehle. Gemeindejugendwart Ruben Bader betonte, dass man 2013 unter das Motto: "Das Jahr der Jugendfeuerwehren" stellen werde und durch eine Vielzahl an Aktionen neue Mitglieder requirieren wolle. Auch Kreisbrandinspektor Rupert Heege sprach das Problem an und machte deutlich, dass es nicht nur die FFW Breitscheid betreffe: "Die Mitgliederentwicklung der Jugendfeuerwehren macht uns ernsthafte Sorgen. Von über 2000 sind wir im Kreis mittlerweile auf unter 1500 Mitglieder gefallen." Insbesondere machte er die verkürzten Gymnasialzeiten sowie Ganztagsschulen für die Misere verantwortlich. "Lasst uns daran arbeiten, sonst kommen im wahrsten Sinne des Wortes schwarze Zeiten", appellierte Heege. Beispielsweise müssten eventuell die gesetzlichen Hilfsfristen verlängert werden, wenn die Mitgliedszahlen weiter sinken. Derzeit muss die Feuerwehr innerhalb von zehn Minuten am Einsatzort sein. Bechtum machte zudem deutlich, dass das Durchschnittsalter der Aktiven immer höher würde. Insbesondere die Altersgruppe zwischen 30 und 40 wäre derzeit nicht sonderlich aktiv. "2012 war bislang ein relativ ruhiges Jahr", resümierte Bechtum die vergangenen Monate. 19 Einsätze hätten die fünf Breitscheider Wehren bis dato gehabt, wären die Einsatzabteilungen nicht noch just am Freitagnachmittag zu einer Ölspur in den Erdbacher Talblick ausgerückt. So summierten sich die Einsätze auf 20 - darunter acht Brände, vier Brandsicherheitsdienste sowie vier technische Hilfeleistungen.

Der jüngste Einsatz in Erdbach zeige, dass immer noch jeder Ortsteil eine Feuerwehr benötige, betonte Bürgermeister Roland Lay (parteilos).

Auch das "ewige Thema" Digitalfunk wurde angesprochen. "Die Never-Ending-Story ‚Digitalfunk' wird jetzt bald zum Abschluss gebracht", sagte Heege. Hessen liege bei der Versorgung mit den neuen Funkgeräten weit vorne; es gebe bereits 201 Basisstationen. Auch Bechtum hatte positives zu vermelden: "30 Handfunkgeräte sind bereits bestellt."

Trotz des Nachwuchsmangels waren die Wehren im Bereich der Aus- und Weiterbildung sehr fleißig. Über 40 Seminare wurden besucht und der Gemeindewettkampf fand in Medenbach statt.

Die größten Baustellen 2013 seien die Problembewältigung bezüglich des Nachwuchses sowie die Planung und der Neubau des Feuerwehrgerätehauses in Breitscheid. In den Raum stellte Bechtum die Frage, ob man die Tagesstärke der Wehr durch Einbindung von Mitarbeitern der Verwaltung sichern könne.


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