Feuerzangenbowle und Kultur

VORTRAG Anekdoten über Irmgard von Lemmers-Danforth

Erika Glässel hatte extra für die Vorweihnachtszeit Feuerzangenbowle zubereitet. (Foto: Fritsch)

Neben der Feuerzangenbowle, die von Erika Glässel zubereitet wurde, unterhielt Doris Ebertz die Anwesenden bei dem Treffen mit Anekdoten über die bekannte Kinderärztin und Sammlerin Irmgard von Lemmers-Danforth.

Ebertz kannte von Lemmers-Danforth sehr gut, denn ihr Mann Walter restaurierte die von Lemmers-Danforth erworbenen antiken Möbel. Ebertz ging es jedoch nicht darum, einen Lebenslauf auszubreiten, sondern ein paar unterhaltsame Anekdoten über die Kinderärztin zu erzählen, deren Sammlung heute im "Palais Papius" zu sehen ist.

Am 28. März 1892 wurde Lemmers-Dantforth in Wilhelmshafen geboren. Sie starb 1984 mit 92 Jahren im Krankenhaus in Braunfels. 1928 kam sie als Kinderärztin nach Wetzlar. Sie wohnte zunächst in der Bahnhofstraße, bis sie 1933 eine Fünfzimmer-Wohnung im Haus Sarges am Buderusplatz bezog, wo sie bis Anfang der 70er Jahre praktizierte.

Irmgard von Lemmers- Danforth war sehr beliebt als Kinderärztin

Lemmers-Danforth sei als Kinderärztin sehr beliebt gewesen und ging in ihrer Arbeit auf. Der Wandel von der Liebhaberin schöner Einrichtungsgegenstände zur passionierten Kunstsammlerin habe sich allmählich vollzogen.

Systematisch sei Lemmers-Danforth in die Kunstgeschichte eingestiegen. Allmählich fand sie die Stilepochen, die ihrer Vorstellung entsprachen: Renaissance und Barock. 1940 lernte sie die Rotkreuzschwester Hildegard Pletsch kennen, mit der sie eine Lebensgemeinschaft hatte. Den einzigen Luxus, den sich die Kinderärztin gegönnt habe, sei ein weißer BMW V8 gewesen.

1949 erwarb Lemmers-Danforth im Kölner Kunsthandel den Spieltisch der Diane Poitiers, der sich seit dem späten 19. Jahrhundert im Besitz der Familie Rothschild befand. Walter Ebertz restaurierte den Tisch. Daraus entstand eine 25-jährige Zusammenarbeit. Sie kaufte und er restaurierte die Möbel als begabter Kunsthandwerker.

Die Sammelleidenschaft sei zu einer Manie geworden und Lemmers-Danforth häufte bis zu 140 000 D-Mark Schulden an. Sie lebte und sparte für die Sammlung. Die Arbeit als Kinderärztin vernachlässigte sie aber nicht.

Die Fünfzimmer-Wohnung am Buderusplatz platzte aus allen Nähten. Praktiziert wurde innerhalb einer antiken Möbelpracht. 1963 übernahm die Stadt Wetzlar die Sammlung auf Rentenbasis. Das ehemalige "Palais Papius" wurde für die Präsentation der Sammlung gewonnen. 1967 konnte das Museum der interessierten Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Lemmers-Danforth lebte mit Hildegard Pletsch im "Palais Papius" und führte durch die Sammlung.


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