Flora Herbornensis besucht Naturgarten

Bahnstrecke wird zum Naturparadies

Die erste Überraschung, die die botanisch interessierten Teilnehmer der Flora Herbornensis unter der bewährten Führung von Annelore Specht-Doeinck aus Beilstein zusammengekommenen Gruppe erwartete, war allerdings ein starker Regenguss, den man aber bei Kaffee und Kuchen in der HuiWäller-Gaststätte in Beilstein bei guter Laune aussitzen konnte. Dann ging es weiter auf dem alten Bahndamm der Ulmtalbahn, der "Bimbel", von Beilstein nach Stockhausen. Nach Stilllegung der Bahnlinie 1988 wurden in den Jahren 1990/91 die Gleise abmontiert. Dann erfolgte nach und nach der Ausbau zu einem Rad- und Wanderweg.

Und rechts und links des Wanderwegs auf den alten Dammhängen hat sich ein richtiger, da von Menschen wenig beeinflusster Wildgarten ausgebildet. Das sind nicht nur seltene Pflanzen, die auf der roten Liste stehen. Wie schön anzusehen sind große, rot blühende Bestände von stinkendem Storchschnabel, sonst in den Gärten wenig gelitten. Da wächst das Seifenkraut, dessen Wurzeln früher zum Waschen verwendet wurden. Flecken von Korn, deutschem Weidelgras, Mohn- und Kornblumen erinnern an Feldränder, die man früher überall sah und die heute sehr selten geworden sind. Waldmeister, Hellerkraut und die Rapunzel-Glockenblume wachsen neben dem Mädesüß, das, bevor das Reinheitsgebot aufkam, bei der Bierbrauerei Verwendung fand. Beim Vorbeigehen riecht man den fast penetranten Geruch des Baldrians und den freundlichen Duft der echten Kamille. Kurz vor der ersten Bahnstation nach Beilstein öffnet sich der Blick und man kann das Ulmtal überblicken bis nach Wallendorf und Beilstein.

Hier befand sich früher eine Verladestation für Basalt, die Verladestation Galgenstein. Hier wurde der Basalt verladen, der über eine Seilbahn durch das Ulmtal vom Basaltsteinbruch Ley bis zur Bahnstrecke transportiert wurde. Hier war auch der Endpunkt der Exkursion. Frau Specht-Doinck stellte in Aussicht, nach und nach auch die übrigen Strecken des alten Bahndammes und natürlich den Naturgarten zu erkunden.

Das stieß bei den übrigen Teilnehmern der Gruppe auf großes Interesse. Sie werden, wenn möglich, alle mit dabei sein und dankten Annelore Specht-Doeinck auch im Namen des Vereins der Freunde der Flora Herbornensis für die gelungene Führung.


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