Frankfurt, Dresden, Paris, Bicken

PORTRÄT Thermokon steckt in bekannten Bauwerken und im Mittenaarer Rathaus

Harald Zygan

Mit "Thanos" gewann "Thermokon" einen Designpreis.

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Das Lieblingsbeispiel des Mittenaarer Firmengründers Harald Zygan, dessen Unternehmen solche Sensortechnik produziert, ist aber ein anderes: Der Klassenraum. Wenn Schulen renoviert werden, kann man heute Co2-Fühler einbauen. Eine Ampelanzeige springt von Grün auf Gelb und Rot, wenn die Werte schlechter werden und es Zeit ist, mal durchzulüften. Leistungssteigerung leichtgemacht. Moderne Systeme könnten die Luftqualität auch von selbst verbessern, aber die Schulträger könnten ja nur begrenzt Geld in solch eine Technik im Klassenraum investieren", erklärt Zygan.

Er kann das, was sein Unternehmen in Mittenaar-Offenbach produziert, auch gleich in seinem Büro vorführen. Denn natürlich hat das Unternehmen den 2014 eingeweihten Neubau mit den eigenen Produkten ausgestattet - und auch beim Geschäftsführer zu Hause, ist die "Smart-Home"-Technik (intelligentes Zuhause) eingebaut. "Ich vertraue unserer Technik", sagt Zygan schmunzelnd.

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Es sind jedoch weniger Privathäuser und Schulen als Firmengebäude, die "Thermokon" mit Sensoren - mit Kabel- oder Funktechnik - ausstattet.

Und wo steckt "Thermokon drin?" Die Liste der Referenzprojekte ist lang und international: Folkwang Museum Essen, Flughäfen in München und Paris, das Gebäude an der berühmten Pferderennstrecke von Ascot, Banken in Mumbai, Madrid und Frankfurt, Hotels und Universitäten in Asien und Neuseeland, historische Stätten wie die Liebfrauenkirche in Trier und die Semperoper in Dresden.

Funktechnik: In historischen Gebäuden können keine Kabel verlegt werden

Der Trend gehe klar zur Funktechnik, sagt Zygan: Zum einen können man in großen Gebäuden Hunderte Meter Kabel einsparen, zum anderen könne man zum Beispiel in unter Denkmalschutz stehenden Gebäuden wie der Semperoper keine Kabel verlegen. Dort kommt Funktechnik zum Einsatz.

Sowohl Funk- als auch kabelgebundene Sensoren produziert "Thermokon" am Standort in Offenbach.

Doch nicht nur Technik spielt eine Rolle: "Viele unserer Kunden legen Wert darauf, dass die Sensoren oder Bedienelemente auch gut aussehen, also in die Räume von hochwertigen Firmen oder Hotels passen, in denen Wert auf Design gelegt wird", so der Unternehmer.

Deshalb hat das Unternehmen schon früh Wert auf die Gestaltung der Geräte gelegt. Der erstmalige Einsatz eines externen Produktdesigners wurde gleich belohnt: Das Raumbediengerät "Thanos" wurde 2013 mit dem "iF Design Award" ausgezeichnet. Seit 1953 existiert der Preis, für den sich weltweit 3000 Firmen jährlich bewerben. Einige Hundert Firmen dürfen danach mit dem Logo der Auszeichnung werben - so auch "Thermokon".

Obwohl mitten im globalen Marktgeschehen unterwegs, ist "Thermokon" als mittelständisches Unternehmen der Region verbunden. Es bezahlt nicht nur jährlich zwei Bildungsfahrten der Mittenaarer Alsted-Schule, die bislang die Kommune bezahlte. Im vergangenen Jahr finanzierte es - zusammen mit einem verbundenen Unternehmen - der Gemeindeverwaltung in Bicken ein Blockheizkraftwerk für 22 000 Euro. Und installierte zudem eine gebäudetechnische Ausrüstung für 4300 Euro.

"Mit dem kompletten System kann die Kommune bis zu 30 Prozent Energie einsparen", sagt Zygan. Er will damit nicht nur die klamme Gemeindekasse unterstützen. Der Einbau des Funksystems in einem Rathaus soll Referenzobjekt sein - für andere Kommunen. "Wenn Mittenaar gute Erfahrungen macht, möchten vielleicht auch andere durch eine vergleichsweise geringe Investition langfristig sparen", hofft der Unternehmer.


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