Frauenkloster feiert 850-Jähriges

JUBILÄUM Festakt wird an der Klosterruine begangen

Ein Stück mittelalterliche Geschichte: die Klosterruine in Beselich. (Foto: privat)

Diesem Anlass möchte der "Verein zur Erhaltung der Klosterruine" mit einem Festakt gedenken. Dieser findet am 23. Juni um 13.30 Uhr im Festzelt an der Klosterruine statt. Auf die Gäste warten ein Festvortrag sowie eine Theateraufführung.

Zwar zeugen heute, 850 Jahre später, nur noch die letzten steinernen Reste der Klosterkirche von der Klostergründung in Beselich. Dennoch tragen die Mauern Geschichten vieler Jahrhunderte in sich, in denen das Kloster der kulturelle und religiöse Mittelpunkt der Region war.

Den entscheidenden Impuls gab damals Gottfried von Beselich. Dieser vermachte seine Ägidius-Kirche auf dem Beselicher Kopf mitsamt Hof dem Kloster Arnstein zur Klostergründung. Jene Schenkung bestätigte Erzbischof Hillin von Trier in einer Urkunde aus dem Jahre 1163. Sie stellt somit die Gründungsurkunde des Klosters Beselich dar.

Das Kloster "zur allerheiligsten Jungfrau Maria und den Heiligen Aposteln Petrus und Paulus" wurde gegen 1170 fertig gestellt und beherbergte vornehmlich adlige Frauen. Dies legt die Vermutung nahe, dass es großes Ansehen und Reichtum genoss.

So weilte 1288 neben vielen großen Persönlichkeiten der damaligen Zeit auch der spätere König der Deutschen, Graf Adolf von Nassau, im Beselicher Kloster.

Gegen Mitte des 15. Jahrhunderts machte sich in Beselich der langsame Verfall bemerkbar. Äußerlich wurde er durch einen Überfall ausgelöst, bei dem das Kloster größtenteils zerstört wurde. Innerlich hatte man schon lange mit dem Sittenverfall zu kämpfen.

n Als Steinbruch missbraucht

Nach dem Wiederaufbau des Bauwerks bot es im Verlauf des 16. Jahrhunderts immer wieder Anlass für Streitigkeiten. Diese gipfelten schließlich in der Auflösung der gesamten Anlage um das Jahr 1600. Danach wurde sie zunächst in ein Landeshospital umgewandelt und ging dann schließlich im Jahre 1637 in jesuitischen Besitz über. Diese nutzten die Gebäude aber nicht als Kloster. Sie dienten ihnen lediglich als Steinbruch für den Bau ihrer Residenz in Hadamar.

Als die Jesuiten sich aufgrund anhaltender Konflikte 1656 gezwungen sahen, das Kloster wieder an das Haus Beselich Nassau-Hadamar zu veräußern, war von ihm nicht mehr viel geblieben. So war bereits alles Brauchbare wie die letzte Glocke, Türen, Dachbalken und Steine von Beselich abtransportiert worden. Das Kloster wurde dann zunächst in privaten Besitz umgewandelt, bis es später in eine öffentlich-rechtliche Stiftung überging.

Heute sind von ihm nur noch ein paar Urkunden und natürlich die mächtigen Reste der ehemals prächtigen Klosterkirche übrig. Diese stellen ein Kulturgut dar und stehen deshalb seit 25. März 1980 unter Denkmalschutz. Der 1985 gegründete "Verein zur Erhaltung der Klosterruine Beselich" übernahm das Kloster.


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