Freiheit ist nicht selbstverständlich

TAG DER DEUTSCHEN EINHEIT Dieter Dombrowski aus Brandenburg sprach beim CDU-Kreisverband

Dieter Dombrowski (Mitte) sprach gestern in Wetzlar. Ihn begrüßten (v.l.) Clemens Reif, Ursula Landau, Sybille Pfeiffer und Hans-Jürgen Irmer. (Foto: M. Fritsch)

In der Wetzlarer Musikschule konnten CDU-Kreisvorsitzender Hans-Jürgen Irmer und sein Stellvertreter Clemens Reif rund 120 Gäste begrüßen. Unter ihnen war auch Bundestagsabgeordnete Sybille Pfeiffer.

Irmer erinnerte gerade die jüngeren Zuhörer daran, dass Errungenschaften wie Meinungsfreiheit, Pressefreiheit, Reisefreiheit, die Freiheit und Würde schlechthin nicht selbstverständlich seien.

Gastredner war Dieter Dombrowski, der seit wenigen Tagen Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion Brandenburg ist. In einer bewegenden Rede schilderte Dieter Dombrowski Stationen seines Lebens, zu denen auch die Gefangenschaft als politischer Häftling in der DDR zählt. Dieter Dombrowski freute sich, dass der Tag der Deutschen Einheit nicht so einfach hingenommen werde, sondern dass man ihn feierlich und würdevoll begehe. Er ging ausführlich auf seinen Werdegang ein: Geboren wurde er 1951 in Ostberlin. Er stamme aus "einfachem Haus", wurde im christlichen Glauben erzogen, was schon zu Schwierigkeiten im SED-Staat führte.

n Schluss- und Startpunkt

So sei er weder bei den "Jungen Pionieren" noch in irgendeiner Partei gewesen. Sechs der acht Geschwister von Dombrowski wurden zu politischen Haftstrafen verurteilt. Seine Eltern hätten den Staat DDR nie angenommen. Doch trotz verbüßter Haftstrafe laute seine Devise: "Kein Blick zurück im Zorn"! Am Ende zähle, dass die Bürger und Bürgerinnen der ehemaligen DDR ihren Staat aufgelöst hätten. Der 3.Oktober sei ein wichtiger Moment des Rückblicks.

Die Deutsche Einheit am 3.Oktober 1990 sei Schluss- und Startpunkt zugleich gewesen. Der wirtschaftliche Umbruch Anfang der neunziger Jahre war für viele Ostdeutsche mit dem Verlust des Arbeitsplatzes und mit beruflicher Neuorientierung verbunden. Doch nach 20 Jahren sei es mit aktiver Unterstützung von Bund, Ländern und EU gelungen, die wirtschaftlichen Grundlagen für Wohlstand und wettbewerbsfähige Arbeit zu verbessern.

Die Aufarbeitung der DDR-Vergangenheit sei ein wesentlicher Beitrag für die innere Einheit Deutschlands. Einigkeit, Recht und Freiheit seien die eigentlichen Errungenschaften. Es drohe heute in Vergessenheit zu geraten, dass die "friedliche Revolution" zu einem guten Teil aus der Unzufriedenheit über die wirtschaftlichen Bedingungen, der Umweltsituation und der staatlichen Bevormundung resultierte.

Die nun herangewachsene Generation stehe vor neuen Herausforderungen, die nicht geringer seien als die Gestaltung der deutschen Einheit in den letzten zwanzig Jahren, wie die Energiepolitik, soziale Sicherungssysteme und eine weltweite Verantwortung.

Im Anschluss an die Reden sangen die Teilnehmer gemeinsam die Nationalhymne.

Für die musikalische Umrahmung der Veranstaltung sorgten Alexandra Popp und Thomas Sander von der Musikschule Wetzlar.


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