Friedhelm Loh ist "Doktoringenieur Ehren halber"

Macher und Visionär erhält Ehrendoktorwürde der TU Chemnitz

Prof. Dr. Thomas Lampke (l.), Prodekan für Forschung, Internationales und Gleichstellung der Fakultät für Maschinenbau, und Prof. Dr. Andreas Schubert (r.), Kommissarischer Rektor der TU Chemnitz, verliehen Friedhelm Loh vor großem Auditorium feierlich die Ehrendoktorwürde. (Foto: Friedhelm Loh Group)

Der Vorsitzende der Friedhelm Loh Group mit mehr als 11 500 Mitarbeitern stand hinter dem Rednerpult des großen Hörsaals der Technischen Universität Chemnitz. Der Moderator des Festaktes, David Laux, hatte ihm gerade den Doktorhut aufgesetzt. Stimmlich etwas angeschlagen, zeigte sich Loh, ob der vielen Lobreden, "beschämt" angesichts seiner Ehrendoktorwürde.

Der Festvortrag des Rektors der Freien Theologischen Hochschule Gießen, Stephan Holthaus, hatte Loh besonders aus dem Herzen gesprochen. Unter dem Titel "Ora et labora, oder warum es sich lohnt, mit Werten in Führung zu gehen" erinnerte Holthaus an Benedikt von Nursia, den Begründer des Benediktinerordens. Ihm sei nicht mehr ausschließlich die Kontemplation wichtig gewesen, sondern auch die harte Arbeit der Mönche. Übersetzt bedeutet "Ora et labora" "Bete und arbeite". Die beiden Begriffe seien die Grundlage der christlichen Arbeitsethik.

Während viele Führungskräfte versuchten, sich in ihren Titeln zu übertrumpfen, habe Loh sich in einer Begegnung mit ihm schlicht als "harter Arbeiter" vorgestellt. Die Arbeit sei nur die Schale, aber nicht der Kern. Das Motto "Ora et labora" besitze für Loh deswegen eine besondere Bedeutung.

"Dass so ein Lausbub einmal einen Doktor bekommt", wunderte sich Loh. Er erinnerte an seine Eltern, denen er den Sprung zum Unternehmertum verdanke. 1974 hatte Loh die Geschäftsführung der Firmen Rittal und Ritto übernommen. "Meine Eltern vermittelten mir die christlichen Werte und den Glauben an Gott", sagte Loh. Sie seien seine Vorbilder gewesen. Als großes Privileg sieht er es an, bei ihnen aufwachsen zu dürfen. Ihren Wahlspruch "Ora et labora" habe er für sein Leben verinnerlicht.

Der Unternehmer sieht es als seinen Auftrag an, Erfahrung und Innovation in einen Mehrwert umzusetzen. Deswegen habe er 2014 an der TU Chemnitz auch die Stiftungsprofessur Systemtechnik und Schaltmodule ins Leben gerufen. Ihm fehle im Chemnitz eine Fakultät für Theologie: "Sozial zu sein bedeutet für mich eine christlich-ethische Einstellung in Kombination mit wirtschaftlicher Stärke."

"Gott vergibt, das Internet nie", sagte Loh im Hinblick auf die digitalen Herausforderungen der Zukunft. Allianzen und Netzwerke zwischen Wirtschaft und Universitäten würden über den zukünftigen Erfolg entscheiden.

Der Prodekan der Fakultät für Maschinenbau, Thomas Lampke, trug die Festansprache vor. Der Ehrendoktor sei ein Vorbild für den Wissenstransfer zwischen Wirtschaft und Universität. Der Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, Reimund Neugebauer, hielt die Laudatio auf den Ehrendoktor. Loh habe sein Erfolgsmodell nicht nur durch Mengen-, sondern vor allem durch Wertewachstum geschaffen. (pro)


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