Fründt hat die Bodenhaftung verloren

LESERBRIEF Kritik an der Dienstreise der Landrätin nach Japan

Landrätin Kirsten Fründt steht wegen ihrer Dienstreise nach Japan in der Kritik. (Foto: Bünger)

Der Bericht im Hinterländer Anzeiger vom 24. Mai hat mich als Bürgermeister a.D. und seit 1969 SPD-Mitglied entsetzt. Dass eine SPD-Landrätin sich so verhält und dieses Fehlverhalten auch noch rechtfertigt, kann nur eine Erklärung haben: Die von mir eigentlich geschätzte Kirsten Fründt hat kraft Amtes die Bodenhaftung verloren und leidet unter Realitätsverlust. Während sowohl der Landkreis als auch die Kommunen unter den Finanznöten (Schutzschirm) ächzen, die kommunale Selbstverwaltung zur Farce wird und die von den Kommunen an den Kreis zu zahlende Umlage Rekordhöhe erreicht hat, reist Landrätin Fründt nach Japan und gibt hierfür 15 000 Euro aus. Hierfür nimmt sie auch ihren Hofstaat mit. Sie will dort unter anderem Schulkinder besuchen (Queen Kirsten?).

Über erneuerbare Energien soll auch gesprochen werden - wohlgemerkt in einem Land, in dem trotz Fukushima die Atomenergie weiter präferiert wird. Und nicht zu vergessen: Sie will sich endlich mal über die Direktvermarktung landwirtschaftlicher Produkte informieren! Ein Hohn für die Direktvermarkter in unserem (ihrem?) Landkreis. Von Ministern ist man solches Verhalten gewohnt. Jetzt aber ministerielles Gehabe auch auf Landkreisebene? Minister begründen ihre Fernreisen immer damit, dass sie den wirtschaftlichen Nutzen des Landes mehren. Ich bin gespannt auf den wirtschaftlichen Nutzen für den Landkreis. Die Land(herr)rätin hatte eine Genehmigung "ihres" Kreisausschusses eigentlich nicht nötig (?), hat sie aber dann doch noch eingeholt. Wie gnädig! Ach ja, noch eins: Während ihrer 10 Tage "wirtschaftspolitischen Engagements" wird die Landrätin in Marburg nicht gebraucht - und danach? Liebe Kirsten: Jetzt hilft nur Eines: Geh in Dich und tue Buße.

Klaus Bartnik, Gladenbach


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