Fütterung heimischer Vögel

Für denjenigen, der einen Garten oder Balkon hat ist die Fütterung der Vögel eine schöne Sache. Man kann die Vögel beobachten und tut ihnen gleichzeitig Gutes. Ein paar Dinge sollte man dabei aber beachten: Beginn und Ende der Winterfütterung richten sich nach dem Wetter. Füttern Sie, wenn die natürlichen Futterquellen weniger werden, z. B. mit beginnendem Frost. Aber auch wenn noch keine winterlichen Temperaturen herrschen, können Naturfreunde bedenkenlos füttern.

Die natürlichste Winterfütterung sind heimische Sträucher, die Beeren tragen: Eberesche, Holunder, Hartriegel, Hagebutte, Weißdorn, Schlehe, Pfaffenhütchen, Schneeball, Kornelkirsche und viele andere. Sie bieten damit den Vögeln eine Vielzahl von Samen und Früchten. Wie vogelfreundlich unsere heimischen Pflanzenarten sind, wird z. B. an der Vogelbeere (Eberesche) deutlich: ca. 63 Vogelarten fressen die roten Beeren! Außerdem bieten dornige Sträucher den Vögeln gute Versteckmöglichkeiten und sind im Frühling und Sommer ein willkommener Nistplatz. Samenproduzierende Pflanzen sind bei Finken und anderen Körnerfressern sehr beliebt. Deshalb sollte man die Samenstände nicht entfernen. Durch naturnahe und vogelfreundliche Gärten können Sie Arten, die in Ihrer Umgebung leben, gezielt fördern und zu sich einladen. Die Futterstelle muss so gebaut sein, dass das Futter nicht nass wird. Außerdem darf kein Kot ins Futter gelangen, sonst breiten sich schnell Krankheiten aus. Besonders hygienisch sind Futtersäulen. Bei der Reinigung des Futterhauses bitte unbedingt auf scharfe Chemikalien verzichten. Mehrere kleine Futterstellen sind besser als eine Große. Achten Sie darauf, dass in der Nähe befindliche Glasscheiben nicht zu tödlichen Fallen für die Vögel werden und bringen Sie an diesen Stellen von außen Aufkleber an.

Das Futterhaus sollte frei aufgestellt werden, damit die Vögel eine heranschleichende Katze rechtzeitig bemerken. Am besten drei bis vier Meter von einem Gebüsch oder Baum entfernt. Zu beachten ist auch, dass man das Futtergerät an einem schattigen Ort anbringt. Achten Sie beim Kauf von Vogelfutter darauf, dass Sie nur "ambrosiafreies" Vogelfutter kaufen. Die eingeschleppte Pflanze "Ambrosia" (dt. Taubenkraut oder Beifuß-Ambrosia), eine Verwandte des heimischen Beifußes, wird auch über das Vogelfutter verbreitet. Gerade billige Futtermittel enthalten die kleinen Samen dieser gefährlichen Pflanze. Neben Heuschnupfen und Asthma durch den Blütenstaub ab August kann die Pflanze bei Berührung auch allergische Hautreaktionen hervorrufen. Darum sollten Ambrosia-Pflanzen bekämpft und alle Bestände bei den Naturschutzbehörden gemeldet werden. Also: Kann der Vogelfutteranbieter garantieren, dass sein Futter nicht aus den Ambrosia-Risikogebieten Ungarn oder Nordamerika stammt?

Vorsicht bei der Lagerung von Vogelfutter: Nicht angemessen gelagertes Futter kann schnell verderben, z. B. durch Mäuse- und Mottenbefall. Es gibt auch die Möglichkeit, Futter selbst herzustellen. Ein beliebtes Futter ist ein Gemisch aus zwei Teilen Rindertalg bzw. Pflanzenfett und einem Teil Weizenkleie. Daraus kann man Vogelfutter am Stiel selbst herstellen. Wer die Möglichkeit hat, findet im Internet Ideen und Anleitungen. Was Sie nicht füttern sollten: Salzhaltiges wie Brot oder z. B. Wurst-, Schinken-, Speck- und Käsereste bringt den Hochleistungsorganismus der Vögel völlig durcheinander. Reines Fett in Form von Margarine oder Butter, Futter, die durchfrieren können, z. B. kleine Apfelstückchen. Daher Äpfel nur im Ganzen auslegen, die Vögel picken sich geeignete Stücke ab.


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